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Freudentränen und Jubelschreie in Bogotá: Kolumbien legalisiert Abtreibungen bis zur 24. Schwangerschaftswoche

Bis zur 24. Schwangerschaftswoche

Freudentränen und Jubelschreie in Bogotá: Kolumbien legalisiert Abtreibungen

Frauen jubeln über Aufhebung von Abtreibungsverbot
Demonstrantinnen in Bogotá jubeln, weil Kolumbien Abtreibungen bis zur 24. Schwangerschaftswoche legalisiert.
AP, Fernando Vergara

Kolumbianisches Verfassungsgericht entscheidet über Abtreibungen

Jubel-Tänze und Freudentränen nach einem Gerichtsurteil: Eine Abtreibung in Kolumbien war bisher nur erlaubt, wenn die Schwangerschaft durch eine Vergewaltigung zustande kam, wenn das Leben der Schwangeren in Gefahr oder das Baby nicht überlebensfähig war. Das soll sich nun ändern: Das kolumbianische Verfassungsgericht hat nun entschieden, dass alle Schwangerschaften bis zur 24. Woche legal abgebrochen werden dürfen. Bei Frauenrechtlerinnen, die in der Hauptstadt Bogotá demonstrierten, war die Freude riesig.

Freudentränen über neues Abtreibungsgesetz in Kolumbien
Abtreibung in Kolumbien wird entkriminalisiert - bei Frauenrechtlerinnen fließen die Freudentränen.
LG/JCS, REUTERS, LUISA GONZALEZ

400.000 Kolumbianierinnen mussten jedes Jahr heimlich abtreiben

„Wir feiern dieses Urteil als einen historischen Sieg für die Frauenbewegung in Kolumbien, die seit Jahrzehnten für die Anerkennung ihrer Rechte kämpft“, sagte die Regionalchefin von Amnesty International, Erika Guevara Rosas. „Es ist ein weiteres Beispiel für das unaufhaltsame Fortschreiten der grünen Welle in Lateinamerika.“ Grüne Tücher sind das Erkennungsmerkmal der Kampagne für legale, sichere und kostenlose Abtreibungen.

Schätzungen gehen davon aus, dass in Kolumbien trotz des Verbots pro Jahr rund 400.000 heimliche Abtreibungen gab. Die Betroffenen haben in Zukunft die Möglichkeit, den Eingriff legal und unter medizinischer Aufsicht durchführen zu lassen. Nach der 24. Schwangerschaftswoche gelten weiter die bisherigen Gründe für eine legale Abtreibung.

Abtrebung in Kolumbien legalisiert
Nach der Entscheidung über die Aufhebung des Abtreibungsverbots in Kolumbien fallen sich Demonstrantinnen in die Arme.
LG/JCS, REUTERS, LUISA GONZALEZ

Abtreibungen nur in wenigen lateinamerikanischen Ländern legal

In Argentinien war Ende 2020 ein Gesetz zur Liberalisierung der Abtreibung bis zur 14. Schwangerschaftswoche verabschiedet worden. In den meisten anderen, ebenfalls christlich geprägten lateinamerikanischen Ländern sind Schwangerschaftsabbrüche nur in Ausnahmefällen erlaubt.

Ecuador brachte in der vergangenen Woche ein Gesetz auf den Weg, das die Abtreibung nach einer Vergewaltigung erlaubt. In Chile scheiterte ein Gesetz zur Liberalisierung der Abtreibung Ende vergangenen Jahres vorerst. Einzig in lateinamerikanischen Ländern wie Uruguay, Kuba, Guyana, Französisch-Guyana und in Teilen Mexikos sind sie legal.

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In El Salvador sind Abtreibungen sogar grundsätzlich verboten und werden mit Freiheitsstrafen geahndet. Selbst Fehlgeburten werden mit drastischen Strafen belegt. (jgr, mit dpa)