Tankstellen-Überfall in Frechen

Kassiererin hält Maschinengewehr für Attrappe und attackiert Angreifer

31. Mai 2021 - 9:29 Uhr

Bilder aus Frechen wie aus einem Action-Film

Diese Bilder einer Überwachungskamera machen einfach sprachlos! Darauf zu sehen: Ein vermummter Räuber mit Maschinengewehr stürmt in eine Tankstelle in Frechen bei Köln und bedroht die Kassiererin. Er will Bargeld. Doch statt seiner Forderung nachzukommen, beweist Michelle Mömmertzheim so richtig Mumm und versucht, dem Angreifer die Waffe zu entreißen. Die unglaublichen Überwachungsbilder, sehen Sie im Video.

"Ich war im Kampfmodus"

Gegen fünf Uhr morgens soll der Täter am 19. Mai die Tankstelle an der Kölner Straße betreten haben – kurz nachdem eine Kundin das Gebäude verlassen hatte. Die Kassiererin war gerade in einem hinteren Teil der Tankstelle. Als sie nach vorne kommt, um den vermuteten Einkäufer zu bedienen, geht alles ganz schnell. Der Mann richtet seine Waffe, ein Maschinengewehr, auf sie und fordert Geld. Michelle Mömmertzheim hält das Ganze anfänglich noch für einen Scherz.

Doch anstatt ihm einfach das Geld zu geben oder wegzurennen, greift die 23-Jährige nach dem Lauf der Waffe und zieht daran! "Man hat ja in so einer Situation entweder einen Kampf- oder Fluchtmodus und ich würde auf jeden Fall sagen, ich war im Kampfmodus", so Mömmertzheim. Die Kassiererin hielt die Waffe für eine Attrappe und griff danach.

Michelle Mömmertzheims neuer Spitzname ist jetzt "Killer"

Nach ein paar Minuten gibt der Täter schließlich auf und verlässt mit leeren Händen die Tankstelle. Augenzeugen berichten, dass er draußen noch hingefallen sei. Kurz darauf steht auch schon wieder der nächste Kunde in der Tankstelle – und was macht die taffe Michelle Mömmertzheim? Sie bedient ihn – als wäre nichts geschehen! Auch am nächsten Tag tritt die junge Frau direkt wieder zur Nachtschicht an: "Ich hätte einfach Angst, wenn ich es nicht machen würde, dass ich dann Angst habe. Ich bin einfach der Meinung: Augen zu und durch. Und ja, klappt ja auch gut."

Auch ihr Chef Guido Geib ist völlig fassungslos von dem Mut seiner Mitarbeiterin – auch wenn er betont, dass die Vorgaben natürlich anders seien. Bei so einem Überfall sollten die Mitarbeitenden dem Dieb das Geld eigentlich aushändigen, damit der schnell wieder verschwinde und niemandem etwas passiere. Trotzdem sei man jetzt auch mächtig stolz auf Mömmertzheim – die ihren neuen Spitznamen bei der Arbeit, "Killer", sichtlich verdient hat.

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Polizei sucht nach dem Täter

Die Polizei Rhein-Erft ist jetzt auf der Suche nach dem Täter und nimmt Zeugenhinweise entgegen. Die Beschreibung ist wie folgt:

  • Circa 1,65 Meter groß
  • schlanke Statur
  • dunkle Haare
  • dunkle Augen
  • graue Jacke mit orangefarbener Kapuze
  • schwarze Steppweste
  • dunkle Cargohose mit seitlichen Taschen
  • äußeres Erscheinungsbild eher ungepflegt

Die Waffe, die er bei sich trug, war eine Maschinenpistole beziehungsweise ein Sturmgewehr. Die Polizei nimmt Hinweise unter der Telefonnummer 02233 52-0 oder der E-Mail-Adresse poststelle.rhein-erft-kreis@polizei.nrw.de entgegen. (fas)

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