"Erniedrigung, Demütigung und Quälerei"

Lebenslange Haft für Mord

Die Angeklagte hatte vor Gericht erklärt, wegen Alkohol- und Medikamentenkonsums nichts mitbekommen zu haben.
Die Angeklagte hatte vor Gericht erklärt, wegen Alkohol- und Medikamentenkonsums nichts mitbekommen zu haben.
© RTL, RTL Hessen

23. Juli 2021 - 19:44 Uhr

Zu dritt auf der Anklagebank

Am Landgericht Darmstadt fielen heute die Urteile im Prozess um eine gefundene tote Frau aus dem Frankfurter Stadtteil Nieder-Eschbach. Die Richter verhängten zwei lebenslange Freiheitsstrafen wegen Mordes gegen eine 50 Jahre alte Mutter und ihren 26 Jahre alten Sohn.

Ein weiterer Angeklagter (24), ein Ex-Freund der Tochter der 50-Jährigen, wurde zu dreieinhalb Jahren Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt. Seine Strafe ist eine Jugendstrafe, da er 2016 unter 21 Jahre alt war.

Vermeintlicher Tathergang

Der Sohn hatte nach Ansicht der Richter im August 2016 auf Weisung seiner Mutter eine 55 Jahre alte Frau umgebracht, die in der Frankfurter Wohnung der beiden wohnte.

Das Opfer war laut Staatsanwaltschaft vor zehn Jahren durch ihre Arbeitslosigkeit und die Trennung von ihrem Ehemann in eine Krise geraten und war 2011 in die Wohnung der 50-Jährigen gezogen. Die Angeklagte soll die Krise der Frau ausgenutzt haben, ein Psychiater hatte bei ihr unter anderem sadistische Neigungen festgestellt. Laut Anklage soll die 50-Jährige schließlich ihren Sohn und den 24-Jährigen angewiesen haben, die 55-Jährige zu töten und dann in einem Regenüberlaufbecken in Frankfurt abzulegen.

Opfer musste in der Küche wohnen

"Es war ein Mord nach jahrelanger Erniedrigung, Demütigung und Quälerei", sagte der Richter und erinnerte daran, dass die Getötete in der Küche wohnen musste und von Mutter und Sohn aus nichtigen Anlässen misshandelt worden sei. 2016 sei man ihrer überdrüssig geworden. Da sie aber nicht auszog, habe man sie ermordet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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Lange Suche nach der Identität des Opfers

Im August 2016 wurde die Leiche der zunächst unbekannten Frau im Frankfurter Stadtteil Nieder-Eschbach gefunden.
Im August 2016 wurde die Leiche der zunächst unbekannten Frau im Frankfurter Stadtteil Nieder-Eschbach gefunden.
© Fritz Demel

Die Leiche hatten die Angeklagten, die alle Deutsche sind, in einem Regenüberlaufbecken in Frankfurt Nieder-Eschbach in der Nähe des IKEA-Möbelhauses abgelegt. 2016 gab es erste Hinweise auf die Mutter als Bekannte der Toten. Aber erst Ende 2019 konnten DNA-Spuren an der Toten dem heute 24-Jährigen zugeordnet werden. Die jungen Männer hatten daraufhin Geständnisse abgelegt und die Mutter als Anstifterin belastet.. (dpa/awo)