Grausames Verbrechen erschüttert Frankreich

Frau angeschossen und angezündet: Ex-Partner unter Verdacht

Frau auf Straße angeschossen und angezündet: Ex-Partner unter Verdacht
Frau auf Straße angeschossen und angezündet: Ex-Partner unter Verdacht
© picture alliance/dpa/MAXPPP | David Thierry

05. Mai 2021 - 22:00 Uhr

Frau angeschossen, mit Flüssigkeit bespritzt und angezündet

Die Anfang 30 Jahre alte Frau wird auf der Straße in der Gemeinde Merignac in der Nähe von Bordeaux von einem Mann angeschossen, mit einer Flüssigkeit bespritzt und angezündet. Sie überlebt den Angriff nicht. Wenig später wird ihr ehemaliger Partner festgenommen. Schon mehrfach war der 41-Jährige wegen häuslicher Gewalt verurteilt worden.

Zeugen sahen die Frau zu Boden fallen

Der Mann sei kurze Zeit später nur wenige Kilometer vom Tatort entfernt festgenommen worden, berichtete die Regionalzeitung "Sud Ouest". Zeugen hätten zuvor beobachtet, wie eine Frau auf der Straße zu Boden fiel, mutmaßlich von einer Schusswaffe in den Oberschenkel getroffen.

Während das Opfer am Boden gelegen habe, habe der Mann einen Behälter aus einem in der Nähe geparkten Lieferwagen genommen, die Frau mit einer Flüssigkeit bespritzt und schließlich angezündet.

"Kampf gegen häusliche Gewalt und Femizide geht weiter"

"Ich bin entsetzt über dieses verabscheuungswürdige Verbrechen", schrieb die Beigeordnete Ministerin im Innenministerium, Marlène Schiappa, auf Twitter. "Der Kampf gegen häusliche Gewalt und Femizide geht weiter".

Am Mittwochabend versammelten sich etliche Menschen in der Nähe des Tatorts, um der Frau zu gedenken, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Zu dem Protest hatten Frauenrechtsorganisationen aufgerufen. "Die Stadt Merignac schließt sich dieser Würdigung an", teilte die Stadt mit. Es ist bereits die 39. Frau, die alleine in diesem Jahr in Frankreich von ihrem (Ex-) Partner getötet wurde, meldet die Nachrichtenagentur dpa.

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Häusliche Gewalt
© dpa, Jan-Philipp Strobel, jps wst bwe req sja fdt

Häusliche Gewalt ist in Deutschland strafbar und kann unterschiedlich aussehen: Körperliche, psychische oder sexuelle Misshandlungen, bestimmte Verhaltensweisen wie beispielsweise Einschüchterungen, Beleidigungen, Ignorieren von Bedürfnissen und Befindlichkeiten des Opfers, Freiheitsberaubung, schlimmstenfalls Mord gehören dazu

In Deutschland hat jede dritte Frau mindestens einmal im Leben mit körperlicher und/oder sexueller Gewalt zu tun. Der Täter ist bei jeder vierten Frau der Partner bzw. Ex-Partner. Häusliche Gewalt kommt in jedem Alter und allen sozialen Schichten vor.

Die wichtigsten Anlaufstellen bei Stalking, Gewalt und Missbrauch, haben wir hier zusammengefasst.

dpa / SBL