11. Juli 2019 - 11:59 Uhr

Zahlen deutsche Patienten künftig auch selbst?

Globuli und Co. zahlen französische Patienten künftig selbst. Das Gesundheitsministerium glaubt nicht an die Wirkung der Homöopathie und hat entschieden, dass Krankenkassen die alternativen Mittel nicht mehr bezahlen dürfen. Das Argument könnte auch in Deutschland für Aufregung sorgen.

Im Video zeigen wir, wofür homöopathische Mittel bislang eingesetzt werden.

„Notwendige Behandlung darf nicht verzögert werden“

Das Argument: Die Anwendung der Homöopathie darf die medizinisch notwendige Behandlung bei schwerwiegenden Krankheiten nicht verzögern.

Aktuell übernehmen die französischen Kassen 30 Prozent der Kosten. Ab 2020 soll sich die Übernahme auf 15 Prozent verringern – ab 2021 zahlen Patienten dann komplett selbst.

Grund für die Entscheidung des Gesundheitsministeriums sind die nicht ausreichenden wissenschaftlichen Belege für die tatsächliche Wirksamkeit der homöopathischen Mittel. Nach Analyse tausender Arzneien und wissenschaftlicher Artikel sei man zu diesem Ergebnis gekommen.

Übernehmen deutsche Kassen Homöopathie?

Auch in Deutschland ist die Wirksamkeit homöopathischer Mittel umstritten. Krankenkassen entscheiden hierzulande selbst, in welcher Höhe sie Kosten übernehmen. Das Diagnosegespräch übernehmen die meisten Kassen – auch das wird häufig kritisiert.

Aus Sicht des Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, sollten die Krankenkassen Patienten keine homöopathischen Leistungen finanzieren: "Es gibt keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit homöopathischer Verfahren", sagte Gassen der "Rheinischen Post" (Donnerstag). "Wer homöopathische Mittel haben möchte, soll sie auch bekommen, aber bitte nicht auf Kosten der Solidargemeinschaft."