Bitte hab Verständnis dafür, dass wir in diesem Browser keine optimale Nutzung von RTL.de gewährleisten können. Bitte benutze einen aktuelleren Browser (z.B. Chrome, Firefox, Safari oder Edge), damit du die Seite wie gewohnt nutzen kannst.

Thomas Kalman wirft Polizei Antisemitismus vor

Polizeibeamter soll Frankfurter nach einem "Judenausweis" gefragt haben

08. April 2021 - 17:38 Uhr

Frankfurter Polizist soll antisemitische Äußerungen getätigt haben

Seit Samstagabend beschäftigt ein Tweet in den sozialen Medien die Beamten des Frankfurter Polizeipräsidiums: Der Journalist "Tobias Huch" stellte dort die Frage, ob es normal sei, dass jüdische Bürger von der Polizei nach einem "Judenausweis" gefragt werden würden. Der Frankfurter Thomas Kalman will bei einer Kontrolle in genau diese Situation gebracht worden sein. Die Veröffentlichung des Tweets hat hohe Wellen geschlagen. Wir haben Kalman getroffen, im Video schildert er uns seine Sicht der Geschichte.

Polizei: "Wir nehmen den Vorwurf sehr ernst"

Nach dem möglichen Vorfall von Antisemitismus bei der Frankfurter Polizei haben die Beamten die Ermittlungen aufgenommen. "Wir nehmen den Vorwurf sehr ernst. Antisemitismus und Rassismus jedweder Art werden nicht geduldet", sagte ein Polizeisprecher am Dienstagabend. Der Polizist soll bei einer Kontrolle Thomas Kalman nach dessen "Judenausweis" gefragt haben.

An besagtem Tag will Kalman von mehreren Polizisten umzingelt worden sein. Die Beamten sollen ihn kräftig an der Schulter gezerrt und sich dann im Kreis um ihn herum gestellt haben. Zu sich selbst sagte Kalman dann "Oh, das ist ja hier wie 33" – damit spielte er auf die Machtergreifung Hitlers 1933 an. Danach teilte er den Polizisten mit, dass er Jude ist – ein Polizist soll daraufhin besagten Ausweis gefordert haben.

Auslöser der Situation war eine Maskenkontrolle

Am Abend des Karfreitags waren Beamte der Frankfurter Polizei unter anderem auch auf dem Opernplatz eingesetzt, um die Einhaltung der geltenden Coronabestimmungen zu kontrollieren. Dabei fiel ihnen Thomas Kalman auf, weil er keine Mund-Nase-Bedeckung trug. Deswegen wurde er angesprochen und auch ein Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen ihn eingeleitet. Im Interview erzählt er uns, dass telefonierte und deshalb keine Maske trug.

Der 33-Jährige erstattete in der Folge über seinen Rechtsanwalt Strafanzeige gegen den Polizeibeamten unter anderem. wegen Beleidigung. Die Vorwürfe werden aktuell von der Staatsanwaltschaft geprüft.

Polizei antwortet via Twitter

Die Frankfurter Polizeibehörde hatte bereits auf Twitter mitgeteilt, dass man den Sachverhalt sehr ernst nehme und sich um die vollumfängliche Aufklärung des Falles bemühe. In einer später veröffentlichten Pressemitteilung bestreitet die Polizei den Vorfall.

In der Nachricht heißt es: "Die eingesetzten Beamten bestreiten vehement, nach einem solchen Dokument gefragt zu haben. Sie haben ihrerseits Strafanzeige wegen Verleumdung gegen den 33-Jährigen erstattet. Sie berichten von völlig uneinsichtigem Verhalten des Kontrollierten, der sich auch nach Aufforderung weiterhin weigerte, eine Mund-Nase-Bedeckung aufzusetzen, weshalb ihm in letzter Konsequenz ein Platzverweis ausgesprochen werden musste."

Um den Fall abschließend aufklären zu können, ist die Polizei nun auf der Suche nach Zeugen des Vorfalls. Personen, die Angaben zu der beschriebenen Kontrolle machen können oder sonst sachdienliche Hinweise geben können werden gebeten, sich bei der Polizei unter 069 / 755-53131 zu melden.

Auch interessant