Nach langer Corona-Zwangspause

Im Bahnhofsviertel gehen wieder die Lichter an

Hinter diesen Fenster dürfen wieder Kunden bedient werden.
Hinter diesen Fenster dürfen wieder Kunden bedient werden.
© deutsche presse agentur

26. Juni 2021 - 23:21 Uhr

Strenge Corona-Auflagen im Rotlichtviertel

Nach monatelanger Corona-Zwangspause sind am Freitagabend im Frankfurter Bahnhofsviertel wieder die Lichter der Rotlichtbetriebe angegangen. Für dieses Wochenende hatten die Lockerungen in Hessen es Bordellen, Clubs und Striptease-Bars erstmals wieder möglich gemacht, unter Auflagen zu öffnen.

Sexarbeiter*innen müssen Kontaktdaten zur Nachverfolgung erfragen

Testnachweis, Kontaktverfolgung und Masken während des Gangs durch die Lokale gehören weiterhin dazu. Am Freitagabend hielt sich der Andrang in den Amüsierbetrieben zunächst noch in Grenzen.

VIDEO-TIPP: Prostituierte Nadja im Lockdown: "Ich habe schon Schiss"

"Für den Anfang sind wir mit zwölf Frauen gestartet - das kam ja von heute auf morgen, dass wir wieder aufmachen können", sagte Christian Eckerlin, Betriebsleiter der Striptease-Bare "Pure Platinum". "Ich bin zufrieden." Ob bald wieder die alten Zahlen erreicht werden, müsse abgewartet werden. "Viele Leute sind noch in Kurzarbeit ich denke, es wird Zeit brauchen."

Viele ausländische Frauen leben derzeit in ihren Heimatländern

Blick auf das Bordell «SexInn» im Bahnhofsviertel
Prostituierte müssen noch ihre Papiere besorgen: Blick auf das Bordell "SexInn" im Frankfurter Bahnhofsviertel.
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Nadine Maletzki, Betreiberin des Laufhauses "Sex Inn" in der Frankfurter Taunusstraße, hatte am Freitag zunächst eher das Problem zu reichlicher Nachfrage, denn am Vormittag hatte zunächst nur eine Mieterin ihr Zimmer wieder bezogen. Am Abend arbeiteten acht Prostituierte, wie sie berichtete. Manche der ausländischen Frauen seien während des Lockdowns in ihre Heimatländer zurückgekehrt und noch nicht wieder zurück, andere müssten erst ihre Papiere in Ordnung bringen - nach der langen Zeit der Schließung seien die sogenannten Hurenpässe meist ausgelaufen. Diese Anmeldebescheinigungen nach dem Prostituiertenschutzgesetz müssten nun beim Ordnungsamt verlängert werden.

Das Ordnungsamt der Stadt hatte am Freitag bereits telefonische Terminbuchungen empfohlen, um mit den Frauen bereits im Vorfeld zu klären, was für Unterlagen und Nachweise sie brauchen.

(dpa)