Archiv

Hauptbahnhof Frankfurt

Der Hauptbahnhof Frankfurt ist ein deutscher Kopfbahnhof im Frankfurter Stadtteil Gallus. Der 1888 eröffnete Bahnhof zählt zu den größten in ganz Deutschland.

Hauptbahnhof Frankfurt picture alliance / Daniel Kubirski | Daniel Kubirski

Der Hauptbahnhof Frankfurt ist ein im Stadtteil Gallus gelegener deutscher Kopfbahnhof und hinsichtlich des Passagieraufkommens der zweitgrößte Bahnhof der Bundesrepublik nach dem Hamburger Hauptbahnhof. An den Tagen mit höchstem Verkehrsaufkommen können bis zu 1170 Züge in den Bahnhof einfahren. Große Teile des Bahnhofs liegen unterirdisch, so auch die Verbindungen zur städtischen S- und U-Bahn. Zudem gibt es ein weitläufiges Tunnelsystem, welches heute oft als Katakomben bezeichnet wird.

Ein neuer Bahnhof für Frankfurt

Vor der Errichtung des zunächst als Centralbahnhof Frankfurt bezeichneten Hauptbahnhofs verfügte die Stadt Frankfurt über drei Westbahnhöfe. Diese erwiesen sich im Deutsch-Französischen Krieg 1870 als unpraktisch, um die preussischen Truppen zusammenzuführen. Der dadurch gesetzte Impuls führte nach der Reichsgründung 1871 zu dem Plan, einen zentralen Hauptbahnhof zu errichten. Dafür wurde ein Architektur-Wettbewerb ins Leben gerufen, der 1880 von Herrmann Eggert gewonnen wurde. Da der Zweitplatzierte Johann Wilhelm Schwedler als besonderer Experte für Eisenkonstruktionen galt, entschied man sich für eine Kooperation der beiden Architekten. Eggert plante die Bahnhofshalle im Stile der Neorenaissance und Schwedler kümmerte sich um die Eisenkonstruktionen der Dächer. Als der heutige Hauptbahnhof Frankfurt 1888 eröffnete, galt er bis 1915 als der größte Bahnhof Europas. Trotz beachtlicher Größe wurde der Bahnhof 1924 im neoklassizistischen Baustil erweitert. Den Zweiten Weltkrieg überlebte der Hauptbahnhof Frankfurt zwar nicht unversehrt, doch mit verhältnismäßig geringem Schaden.

Übergang ins 21. Jahrhundert

Während der ICE bereits 1991 seine Fahrt aufnahm und folglich die Bahnhofsgleise verbreitert werden mussten, gaben vor allem die Renovierungen zu Beginn des neuen Jahrtausends dem Bahnhof sein modernes Antlitz. Die Dächer der Bahnsteighalle wurden unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes zwischen 2002 und 2006 renoviert. Wenige Jahre später, 2013, sanierte man auch die Fassade des Hauptbahnhofs Frankfurt. Um den Bahnhof herum ist seit seiner Errichtung ein lebhaftes Viertel entstanden, in dem zahlreiche Hotels und Gastronomiebetriebe zuhause sind und dessen multikulturelle Atmosphäre ein Anziehungspunkt für Touristen ist. Der Hauptbahnhof Frankfurt ist heute hinsichtlich seiner Fläche zusammen mit den Hauptbahnhöfen Leipzigs und Zürichs der größte Europas.