Bundesweiter Aktionstag

Fridays for Future demonstriert gegen grünes Atom-Label

14. Januar 2022 - 17:51 Uhr

Fridays for Future geht auf die Straße

Bereits am Dienstag machten die Umweltaktivisten des "Koala-Kollektivs" in der Frankfurter City auf sich aufmerksam und demonstrierten gegen den Vorschlag der EU-Kommission, Atomenergie und Erdgas als nachhaltige Energielieferanten zu klassifizieren. Auch die Mitglieder der Fridays for Future-Bewegung möchten das so nicht hinnehmen und sind am Freitag auf die Straße gegangen.

Angst vor Atomenergie

Einige Dutzend Demonstranten zogen am Freitag von der Alten Oper aus durch die Frankfurter Innenstadt. Die EU-Entscheidung sorge dafür, dass Billionen Euro an Investitionen in klimaschädliche Energieträger fließen, deren Zeit seit langem vorbei sei, erklärte Fridays for Future. Während Profite der fossilen Industrie gesichert würden, werde der dringende Ausbau erneuerbarer Energien erschwert.

"Vor der Rückkehr der Atomkraft haben viele Sorge in meiner Generation, weil wir von Tschernobyl und Fukushima gelernt haben. Die Angst ist groß vor so einer Katastrophe", erzählt uns die Aktivistin Juli im Interview.

Was hat es mit der „Taxonomie“ auf sich?

Hintergrund ist die geplante Einstufung auf EU-Ebene, die sogenannte Taxonomie, mit der die Kommission festlegen will, welche Geldanlagen künftig als klimafreundlich gelten sollen. Dazu hatte die Kommission am 31. Dezember einen Vorschlag vorgelegt, der vorsieht, dass Investitionen in neue Atomkraftwerke als grün klassifiziert werden können, wenn sie neuesten Standards entsprechen und ein konkreter Plan für den radioaktiven Müll vorliegt. Auch Investitionen in neue Gaskraftwerke sollen insbesondere auf Wunsch Deutschlands übergangsweise als grün eingestuft werden können.

(kmü/bho/dpa)