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Frankfurt: Die Linke und der Sexismus-Skandal: Diese Gruppe soll zukünftige Übergriffe verhindern

Ist das Vertrauen noch zu retten?

Nach Sexismus-Skandal bei der Linken: Diese Gruppe soll zukünftige Übergriffe verhindern

Diese Gruppe soll zukünftige Übergriffe verhindern Nach Sexismus-Skandal bei der Linken
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Nach Sexismus-Skandal bei der Linken
Diese Gruppe soll zukünftige Übergriffe verhindern

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Es brodelt immer noch in den Reihen der Linken. Nachdem der „SPIEGEL“ in einem Artikel aufgedeckt hatte, dass es jahrelang innerhalb der Partei zu sexuellen Übergriffen gekommen ist, versucht die Partei verzweifelt das Gesicht zu wahren. Jetzt sollen drei Vertrauenspersonen verhindern, dass es in Zukunft zu weiteren Skandalen kommt. Ob das reicht?

Eine Sozialpsychologin, eine Rechtsanwältin, ein Pfarrer

Sozialpsychologin Julia Schnepf ist eine der drei Vertrauenspersonen: "Wir verstehen uns in erster Linie als Anlaufstelle für Betroffene und damit ist es unser Ziel, Betroffene zu beraten, also zum einen juristisch als auch psychosozial.“ Mit ihr übernehmen eine Rechtsanwältin und ein evangelischer Pfarrer die Arbeit in der Vertrauensgruppe. Julia Schnepf ist sich sicher, dass die Arbeit der Gruppe dazu beitragen wird, dass sich die Strukturen innerhalb der Partei langfristig verbessern. Sie wollen u.a. mit Workshops und Schulungen sensibilisieren.

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Gruppe muss sich Vertrauen erst verdienen

Kritik an dem Aufklärungskonzept kommt von Rechtsanwalt Jannik Rienhoff aus Marburg. Er vertritt einige der Betroffenen. Die Gründung einer Vertrauensgruppe finde er zwar gut, in dieser Situation kommt sie aber viel zu spät. Es gebe auch weitere Probleme: man weiß nicht, warum genau diese Personen ausgewählt wurden. Außerdem brauche es einen immensen Vertrauensvorschuss, dass sich die Betroffenen der Gruppe öffnen. Dieses Vertrauen müsse sich die Gruppe erst verdienen.

Julia Schnepf ist selbst seit zehn Jahren Parteimitglied der Linken. Ist sie da auch objektiv? Ja, so die 29-Jährige. Sie begreife sich in erster Form als Feministin und werde ihr Handeln danach ausrichten, den Betroffenen zu helfen. Ob die Gruppe ihr Ziel erreichen wird, bleibt abzuwarten. (ven/dgö)