Lieferengpässe durch Brexit und Corona

Fotos statt echtem Gemüse in den Regalen! Twitter lacht über leere Briten-Supermärkte

Statt echtem Gemüse gibt es in diesem britischen Supermarkt Papp-Spargel und -Salat.
Statt echtem Gemüse gibt es in diesem britischen Supermarkt Papp-Spargel und -Salat.
© Twitter

25. Oktober 2021 - 11:35 Uhr

Trotz Ernst der Lage - Briten scherzen auf Twitter

In Großbritannien kommt es seit Wochen zu Lieferengpässen. Denn durch die Corona-Pandemie und den Brexit herrscht ein deutlicher Mangel an Lastwagenfahrern, wodurch wichtige Waren und Güter nicht ins Land geliefert werden können. Die Folgen: Leere Supermarkt-Regale und Versorgungsengpässe selbst bei grundlegenden Lebensmittel wie Gemüse. Doch die Briten wären nicht die Briten, wenn sie die Situation nicht mit ihrem gewohnt trockenen Humor aufnehmen würden.

„Papp-Möhren, lecker!"

Statt echtem Spargel, Möhren oder Salat liegen in einigen britischen Supermarkt-Regalen derzeit nur Attrappen aus Pappe. Schön anzusehen mögen die zwar sein – genießbar oder gar gesund sind sie jedoch garantiert nicht.

Einige Briten nehmen den Gemüse-Engpass trotzdem mit Humor und posten Bilder des Fake-Grünzeugs auf Twitter: "Ich liebe es, dass Spargel im Vereinten Königreich so groß wird. Muss unser Klima sein, da bin ich mir sicher", kommentiert ein Nutzer sein Bild eines leeren Spargel-Regals der Supermarktkette "Tesco". "Papp-Möhren, lecker!" scherzt ein anderer Twitter-Nutzer.

Doch nicht nur Gemüse ist Mangelware im Vereinten Königreich. In weiteren Supermärkten seien den Kunden auch Papp-Aufsteller von Obst – zum Beispiel Orangen oder Weintrauben – begegnet, berichtet "The Guardian".

Jeder 6. Brite hat Not, Lebensnotwendiges einzukaufen

So lustig das Ganze auf den ersten Blick auch wirken mag: Die Versorgungsengpässe haben ernste Auswirkungen auf die britische Bevölkerung. Laut einer Umfrage des Statistikamts ONS hat bereits jeder sechste erwachsene Brite Probleme beim Kauf lebensnotwendiger Lebensmittel gehabt.

In den vergangenen zwei Wochen hätten 17 Prozent der Befragten Güter teilweise nicht erwerben können, weil sie nicht vorrätig waren. Noch größer waren demnach die Lücken bei nicht lebensnotwendigen Lebensmitteln: Hier konnte knapp ein Viertel (23 Prozent) gewünschte Produkte nicht bekommen.

Deutlich werden die Engpässe auch durch andere Angaben. So stimmten 43 Prozent der Aussage zu, dass das Angebot geringer war, 14 Prozent mussten mehrere Läden abklappern, um das Gesuchte zu finden. Nur 57 Prozent konnten alle gewünschten Waren auch erwerben.

Neben leeren Regalen zeigt sich das nun auch an der Zapfsäule. Bereits rund zwei Drittel aller unabhängigen Tankstellen haben keinen Sprit mehr.

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So will die britische Regierung den Versorgungsmangel bekämpfen

Im Kampf gegen den eklatanten Mangel an Lastwagenfahrern will die britische Regierung die Arbeitsregeln für ausländische Kräfte lockern. Künftig sollen ausländische Spediteure in Großbritannien innerhalb von zwei Wochen unbegrenzt Waren aufnehmen und abladen dürfen, wie Verkehrsminister Grant Shapps am Freitag ankündigte. "Das entspricht etwa 1000 zusätzlichen Lkw-Fahrern auf den Straßen, aber wir müssen keine Visa ausstellen, um das zu schaffen", sagte Shapps dem Sender Sky News. Bisher sind nur zwei inländische Stopps pro Woche erlaubt. (dhe, dpa)