Forscher beweisen: Fehlender Schlaf lässt sich doch nachholen

29. Mai 2018 - 10:31 Uhr

Aber auf Dauer ist Schlafmangel gefährlich

Wer nachts zu wenig schläft, gefährdet seine Gesundheit - da waren sich alle Experten bisher einig. Schwedische Schlafforscher haben jetzt jedoch herausgefunden: So einfach ist das nicht. Falls Sie am Wochenende genug schlafen, macht es nichts, wenn die Nächte unter der Woche mal etwas kürzer ausfallen. Bisher dachten Forscher, dass sich Schlafmangel nicht ausgleichen lässt. Eine Studie hat das jetzt aber widerlegt.

Wer zu wenig schläft, stirbt früher

Auch wer jede Nacht deutlich weniger als die empfohlenen sieben bis siebeneinhalb Stunden schläft, trägt keine gesundheitlichen Schäden davon - vorausgesetzt der fehlende Schlaf wird an einem freien Tag nachgeholt. Das sind doch mal gute Nachrichten! Der Körper kommt gut mit dem Schlafmangel zurecht, solange es zwischendurch Erholungsphasen gibt.

Für die Studie werteten die Wissenschaftler die Lebens- und Schlafgewohnheiten von rund 44.000 Menschen aus und untersuchten, welchen Einfluss diese auf die Lebenserwartung hatten. Über einen Zeitraum von 13 Jahren beobachtete das Team von Torbjörn Åkerstedt vom Stockholmer Karolinska Institut, welche Teilnehmer starben. Für Studienteilnehmer, die jede Nacht fünf Stunden oder weniger schliefen, war das Sterbe-Risiko deutlich höher als für Menschen, die mehr Schlaf bekamen. Wer am Wochenende ausschlief, hatte dieses Risiko aber nicht. Damit bewiesen die Forscher: Schlaf kann nachgeholt werden. Was nicht funktioniert ist Vorschlafen, wenn eine anstrengende Zeit bevorsteht.

Eine Schlaf-Überdosis ist auch ungesund

Zu viel zu schlafen ist ohnehin keine gute Idee. Denn für Probanden, die jede Nacht mehr als neun Stunden schliefen, erhöhte sich ebenfalls das Sterberisiko. Besonders für Menschen unter 65 Jahren spielt es offenbar eine große Rolle, wie lange sie schlafen. Bei Menschen, die älter als 65 Jahre waren, konnten die Forscher weder bei Schlafmangel noch bei zu viel Schlaf einen messbaren Effekt feststellen.

Ingo Fietze, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums an der Berliner Charité glaubt, dass ein Schlafpensum von unter sechs Stunden oder über neun Stunden pro Nacht auf Dauer schädlich für die Gesundheit sein kann. Das liegt zum einen an den psychischen Auswirkungen. "Der Schlaf kürzer als sechs Stunden geht schon nach einer Nacht aufs Gemüt", erklärte Fietze. Aber die ungesunde Schlafdauer kann sich auch körperlich auswirken. Wer zu viel oder zu wenig schläft, erkrankt öfter an Diabetes und an Krebs.