Teamberater Helmut Marko im Interview

Verstappen-Triumph wäre "anderes Level" als Vettels Red-Bull-Titel

11. November 2021 - 7:00 Uhr

Marko: WM-Titel 2021 für Red Bull das Nonplusultra

Viermal in Serie (2010 bis 2013) hat Red Bull mit Sebastian Vettel im Cockpit die Formel-1-WM gewonnen. Und doch: Ein Titelgewinn 2021 mit Max Verstappen wäre für das Team noch "emotionaler" als die Vettel-Triumphe und stünde auf "einem anderen Level", sagt "Bullen"-Eminenz Helmut Marko im Interview mit RTL/ntv. Warum das so ist und warum die Schumi-Fans in Deutschland eine "Zusatzmotivation" für Verstappen und Co. sind, sehen Sie im Video.

"Platz 2 nicht in Max' DNA"

Zum ersehnten Titel ist es für Red Bull aber noch ein weiter Weg. Die Truppe aus Milton Keynes gibt daher im WM-Kampf gegen Mercedes und Lewis Hamilton weiterhin Vollgas, wie Marko betont.

"Wir lehnen uns nicht zurück, wir werden weiter voll angreifen. Wir wollen das mit absoluten Spitzenleistungen, also mit Siegen, so bald als möglich zu einer Entscheidung bringen", so der Österreicher im Gespräch mit RTL-Reporter Felix Görner.

"Ich habe schon zur Jahresmitte angedeutet: Zehn Siege sollten reichen. Sollte jetzt in Brasilien der Sieg kommen, noch dazu, wenn wir das Sprintrennen gewinnen, dann wäre das eine gute Vorentscheidung und ein gewisses Polster, dass man eventuell auch von Platz 2 fahren kann, aber das ist nicht in unserer DNA und erst recht nicht in Max' DNA."

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Max Verstappen und Red Bull arbeiten am großen Coup: Der Entmachtung Lewis Hamiltons und Mercedes.
© imago images/Motorsport Images, Zak Mauger via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Doppelsieg soll her - endlich

Heißt: Die "Bullen" nehmen erst Dampf vom Kessel, wenn der Titel mathematisch eingetütet ist. Beim Rennen in Sao Paulo (Sonntag, 18 Uhr im RTL-Liveticker) strebt Red Bull einen Doppelsieg an, sagte Marko. "Dem laufen wir schon seit 2016 nach. Es ist also wirklich Zeit."

Die lange (Bergauf-)Gerade in Interlagos spreche zwar für Mercedes. Es werde allerdings "sehr viel von der Temperatur abhängen. Sollte es warme Temperaturen geben und sollten wir ein Setup finden, dass wir das Auto ins richtige Reifenfenster bringen, dann sehe ich uns im Vorteil", führte Marko aus.

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Marko äußert sich zu Porsche-Berichten

Der Red-Bull-Berater äußerte sich auch zu den Berichten über einen VW-Einstieg in die Formel 1 und zu den Gerüchten, wonach Red Bull in nicht allzu ferner Zukunft mit Porsche zusammenarbeiten könnte.

"Wir haben ein absolutes Spitzenteam, eine tolle Fabrik, wir werden Mitte nächsten Jahres eine Hightech-Motoren-Fabrik haben. Das heißt, wir sind de facto unabhängig. Aber natürlich ist es reizvoll, mit einem Partner wie Porsche zusammen zu arbeiten. Wenn die Synergien richtig zusammengespannt werden, kann das etwas ganz Großes werden. Aber so weit sind wir nicht, es hat schon öfter Gespräche mit dem Konzern gegeben", so der 78-Jährige.

Zukunftsmusik – für Red Bull zählt erst einmal nur die Gegenwart. (ses/lgr/mar)