Mercedes-Chef im exklusiven Interview

Wie Toto Wolff die WM-Chance von Lewis Hamilton einschätzt

02. November 2021 - 16:44 Uhr

In Mexiko „immer alles anders“

Viva los WM-Kampf! Der enge Formel-1-Titelfight zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton geht am kommenden Wochenende in Mexiko in die nächste Runde. Die Chance auf den WM-Titel von Hamilton schätzt Teamchef Toto Wolff auf "rein mathematisch 45:55", wie er im exklusiven RTL-Interview erläutert. "Aber rein mathematisch bringt im Motorsport nichts." Wolffs WM-Rechnung sehen Sie oben im Video.

Mexiko nicht das beste Mercedes-Pflaster

Der WM-Kampf zwischen Mercedes und Red Bull spitzt sich zu. Zwölf Punkte fehlen Titelverteidiger Lewis Hamilton derzeit auf den WM-Führenden Max Verstappen. Und dann steht am Wochenende auch noch eine Strecke auf dem Programm, die gemeinhin als Red-Bull-Land gilt.

Der Mercedes-Capo blickt daher mit Respekt auf die Aufgabe in der Höhenluft Mittelamerikas. "Mexiko ist immer ein aufregendes Rennen, weil es eine völlig andere Situation ist", so der 49-Jährige. "Wir sind dort über 2.000 Meter hoch, dadurch ist, was das das Setup des Autos und des Motors betrifft, immer alles anders."

Verstappen stieß in Mercedes-Phalanx vor

Die Weltmeister taten sich am Autódromo Hermanos Rodríguez meist etwas schwerer als auf anderen Strecken. Zwei Mal gewann Red-Bull-Pilot Verstappen (2017/2018) und das in der Hochphase der Mercedes-Dominanz. Woran das liegt? "Mexiko City war in den letzten Jahren nicht immer ein gutes Pflaster für uns, auch, weil wir mit der Architektur unseres Motors versuchen, den besten Durchschnitt über das ganze Jahr zu erreichen und da ist Mexiko ein absoluter Außenseiter", erläuterte Wolff.

Doch in diesem Jahr "ist alles anders", betonte der Österreicher. Was er meint: "Wir haben gesehen, dass vermeintliche Red-Bull-Strecken Mercedes-Strecken geworden sind und umgekehrt". Ein gutes Beispiel dafür sei zuletzt der US-GP in Austin gewesen, so Wolff. In den USA gelang den "Bullen" der erste Sieg in der Hybrid-Ära. Eine Überraschung. Und die ist eben auch in Mexiko nicht ausgeschlossen. "Deswegen gehen wir guten Gewissens nach Mexiko und zu den anderen Rennen, um auch dort zu performen. Es bleibt uns auch nichts anderes übrig."

Mexiko City ist der Auftakt zu einem knüppelharten Triple Header. Direkt anschließend geht es nach Brasilien und dann um die halbe Welt nach Katar. Der Dreierpack sei einerseits unglaublich aufwendig von der Reiselogistik", so Wolff, "kann aber andererseits auch eine große Entscheidung spielen für die Meisterschaft."

Rein mathematisch ist eine Entscheidung in der Meisterschaft übrigens frühestens in Katar möglich. Viel wahrscheinlich aber ist, dass die Würfel erst im vorletzten (Saudi-Arabien/live bei RTL) oder letzten Grand Prix in Abu Dhabi fallen. (mar/msc/pre)