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Indycar-Teambesitzer sicher: Hülkenberg "hat definitiv Interesse"

Nico Hülkenberg hat noch nicht fertig - doch wo führt sein Weg hin?
Nico Hülkenberg hat noch nicht fertig - doch wo führt sein Weg hin?
© dpa, Sebastian Gollnow, scg nic

30. Juli 2021 - 17:49 Uhr

Es gibt nicht nur den einen Weg ...

Hat Nico Hülkenberg schon mit der Formel 1 abgeschlossen oder hält er sich einfach alle Optionen offen? Neben der Königsklasse soll der frischgebackene Ehemann und werdende Papa wohl einen Blick über den Teich nach Amerika geworfen haben. Im Raum steht ein Engagement bei den IndyCars. Ein Teamchef aus der Serie bringt die Gerüchte ins Rollen, indem er von Verhandlungen zwischen ihm und dem Hulk spricht – und beidseitiges Interesse betont.

Sehr erfolgreicher Abstecher nach LeMans 2015

"Ich habe mit Nico in den vergangenen eineinhalb Jahren mehrmals gesprochen", sagte Teambesitzer Ed Carpenter bei 'Motorsport-Total.com'. "Ich denke, dass er definitiv Interesse hat, hierüber zu kommen, um die IndyCar zumindest bei einem Test auszuprobieren. Sowas klappt aber nicht, nur weil man es einfach mal machen möchte."

Dass Hülkenberg offen für Abenteuer ist, zeigte insbesondere sein Abstecher nach LeMans mitten in der Formel-1-Saison 2015. Der Ausflug in den Sportwagen endete völlig überraschend mit dem Gesamtsieg bei dem Rennsport-Klassiker.

Wie talentiert der 33-Jährige ist, bewies er außerdem in den Nachwuchsklassen. Hülkenberg gewann einst auf Anhieb die Formel 3 sowie später die GP-Serie (die Vorläuferin der Formel 2). In der Formel 1 setzte der heute 33-Jährige immer wieder Glanzlichter, doch am Ende blieb der ganz große Erfolg aus. In 179 Starts schaffte es Hülkenberg nie auf das Podium.

Wird Grosjean zum Vorbild für Hülkenberg?

Dass der Schritt in die USA die Karriere wieder so richtig ankurbeln kann, erlebt Romain Grosjean gerade. Der 35-Jährige liefert im Herbst seiner Laufbahn herausragende Leistungen in der Indy-Car-Serie. Obwohl er mit Coyle Racing bei einem der kleinsten Teams fährt, schiebt sich der Franzose bei fast jedem Rennen in die Top 10. Sogar eine Pole und ein Podest fuhr Grosjean schon ein.

Carpenter hält genau diese Geschichte für verlockend: "Ich glaube, dass er (Nico) und andere Fahrer noch größeres Interesse bekommen haben, weil sie gesehen haben, was Romain Grosjean hier bisher geleistet hat und wie viel Spaß er hier hat. Das hat vielen Leuten die Augen geöffnet und ihnen gezeigt, was wirklich ihre Optionen sind."

Nicht ganz unerwähnt sollte bleiben, dass Carpenters Rennstall mit dem Sonax-Konzern ein deutsches Unternehmen im Rücken hat. Das macht Hülkenberg nicht gerade uninteressanter.

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Romain Grosjean, of Switzerland, celebrates after winning the pole during qualifications for the IndyCar auto race at Indianapolis Motor Speedway in Indianapolis, Friday, May 14, 2021. (AP Photo/Michael Conroy)
Romain Grosjean (Bild) hat sich in Amerika neu entdeckt und lernt der IndyCar-Elite das Fürchten.
© AP, Michael Conroy, MC

Türen in der Formel 1 noch nicht zu

Die größte Anziehungskraft auf Fahrer hat aber weiterhin die Formel 1. Hier hat Nico Hülkenberg ebenfalls Optionen, allerdings nicht bei einem der Topteams. Durch die ziemlich sicher bevorstehende Beförderung von George Russell wird bei Williams wohl ein Cockpit frei. Zuletzt sagte Hülkenberg, dass 2022 seine letzte Chance auf ein F1-Comeback sei, bevor sich die Türen endgültig schließen würden.

Ob der "Hulk" allerdings noch einmal Lust hat, im hinteren Mittelfeld um einen Punkt zu kämpfen, ist fraglich. Durch die Regeländerungen für das kommende Jahr ist das Kräfteverhältnis allerdings völlig offen. (lde)

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