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Formel 1: Rückschritt trotz Upgrade- Sebastian Vettel und das vernichtende Aston-Martin-Urteil

Aston Martin kommt nicht vom Fleck

Rückschritt trotz Upgrade: Vettel und das vernichtende Barcelona-Urteil

Formula 1 2022: Spanish GP CIRCUIT DE BARCELONA-CATALUNYA, SPAIN - MAY 19: Sebastian Vettel, Aston Martin in the Aston Martin garage during the Spanish GP at Circuit de Barcelona-Catalunya on Thursday May 19, 2022 in Barcelona, Spain. Photo by Mark S
Läuft nicht für Sebastian Vettel und Aston Martin
www.imago-images.de, IMAGO/Motorsport Images, IMAGO/Mark Sutton

von Christian Schenzel

Der Große Preis von Spanien sollte für Sebastian Vettel und Aston Martin zum großen Wendepunkt werden. Doch der Plan scheiterte krachend. Statt Hoffnung und Zuversicht gab es Ärger und Enttäuschung. Der Rest der Formel-1-Saison könnte für den 34-Jährigen und sein Team zu einem echten Albtraum werden.

Aston Martin fällt beim Barcelona-Test durch

Der Große Preis von Spanien in Barcelona ist für die Formel-1-Teams mehr als nur ein gewöhnliches Rennen. Auf den 4,675 Kilometern des Circuit de Catalunya werden die Wagen erstmals im Laufe der Saison im Gesamtpaket auf Herz und Nieren getestet. Das Streckenlayout liefert den Teams mehr Antworten als das anderer Kurse: Wie verhält sich das Auto in langsamen Kurven? Wie in schnellen Kurven? Wie auf der Geraden? Wie beim Anbremsen und wie beim Herausbeschleunigen? Das alles auf nur 4.675 Metern herauszufinden, ist von unschätzbarem Wert.

Gleichzeitig ist Barcelona der Ort, an dem erstmals im Laufe einer Saison größere Updates an die Strecke gebracht werden. Dafür gibt es neben der besonderen Kurs-Charakteristik noch weitere Gründe: Bis zum Rennen in Spanien haben die Teams genügend Zeit gehabt, Stärken und Schwächen des eigenen Wagens und den Wagen der Konkurrenz gründlich zu analysieren, neue Teile zu entwickeln und zu produzieren. Zudem liegt die eigene Fabrik in fast allen Fällen nur einen Steinwurf entfernt. Das spart Kosten und ermöglicht schnelles Reagieren, sollten Teile ersetzt oder nachgeliefert werden müssen.

Das alles macht Barcelona für die Formel-1-Teams zu einem Ort der Hoffnung. Hoffnung, dass neue Teile funktionieren. Hoffnung, dass man den Rückstand auf die Konkurrenz verkürzt bzw. den Vorsprung vergrößert. Und die Hoffnung, dass die Saison zu einem Erfolg wird. An dieser Stelle kommen Aston Martin und Sebastian Vettel ins Spiel. Denn für sie löste sich diese Hoffnung auf dem Circuit de Catalunya in Luft auf.

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Aston Martin trotz Updates zurückgefallen

Aston Martin brachte als größter "Underperformer" der Saison 2022 die vielleicht radikalsten Updates mit nach Barcelona. Inspirieren ließ sich das Team dabei einmal mehr von der Konkurrenz. 2020 und 2021 wies der Bolide erstaunlich große Ähnlichkeiten zum Mercedes auf, 2022 bediente man sich in der Ideenschmiede von Red Bull. Die FIA sah darin zwar keinen direkten Regelverstoß, im Fahrerlager wurde der weiterentwickelte AMR22 von Sebastian Vettel in Barcelona aber schon als "grüner Red Bull" verspottet .

Dass sich Konzepte anderer Teams nicht 1:1 übertragen lassen, erfuhren Vettel und Co. dann auf die harte Tour. Im Qualifying scheiterten der Heppenheimer und Teamkollege Lance Stroll schon in Q1. Seinen Frust darüber konnte der vierfache Weltmeister nicht verbergen. "Alle anderen haben einen deutlicheren Schritt nach vorne gemacht, während wir ein bisschen stehengeblieben sind, beziehungsweise sogar zurückgefallen sind", schlug Vettel Alarm. Auch Stroll ärgerte sich und klagte: "Wir waren einfach meilenweit von der Pace weg."

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Vettel mosert über "Formel-2-Pace" von Aston Martin

Besser wurde es auch im Rennen am Sonntag nicht. Vettels elfter Platz war deutlich besser als die Performance des "neuen" AMR22. Am Funk fasste der Deutsche zusammen: "Dankbar für den elften Platz, aber das war hart. Was den Speed angeht, war es recht langweilig. Das Auto war schwer zu fahren."

Auch bei den anschließenden Interviews nahm der vierfache Weltmeister kein Blatt vor den Mund und rechnete schonungslos mit seinem Wagen ab. "Wir sind abhängig von unserem Auto. Die meiste Zeit hatte ich ein gutes Auto und derzeit nicht", kritisierte er.

Dem Team selbst oder einzelnen Personen wollte Vettel keinen Vorwurf machen. Der 34-Jährige lobte den Einsatz und die Arbeit, die in den AMR22 investiert wurde. Dass das Ergebnis dieser Arbeit niederschmetternd ist, konnte und wollte der Heppenheimer aber nicht verschweigen. "Im Rennen waren wir mit der Qualifying-Pace der Formel 2 unterwegs", fällte er ein vernichtendes Urteil.

Aston Martin erlebt den "Worst Case"

Was nach den Tagen von Barcelona für Aston Martin bleibt, sind Ratlosigkeit, Enttäuschung und Ärger. Das Team hat seine Ressourcen in die Entwicklung neuer Teile gesteckt, die offenkundig (noch) nicht funktionieren. Neben Geld hat das Team auch Zeit verloren. Dass man den AMR22 dabei gleichzeitig eher "zurückentwickelt" hat, wie Vettel es ausdrückte, ist der so oft zitierte "Worst Case".

Noch bleiben Aston Martin 16 Rennen, um das sprichwörtliche Ruder in dieser Saison doch noch rumzureißen. Viel mehr als ein Strohhalm ist das aber nicht. Seine Karten hat das Team in Barcelona auf den Tisch gelegt. Gewinnen wird der Rennstall mit diesem Blatt nichts. Was das für den Rest der Saison bedeutet, bleibt abzuwarten. Die Prognose aber könnte düsterer kaum sein. ( sport.de )