Aston-Martin-Ersatzfahrer im Exklusiv-Interview

Hülkenberg von Vettels Startschwierigkeiten "verwundert"

08. Juli 2021 - 9:34 Uhr

Der "Hulk" erklärt's: Darum hinken Vettel und Aston Martin hinterher

Rang 3 hinter Mercedes und Red Bull sollte es sein – von diesem Ziel ist das mit großen Ambitionen gestartete Werksteam Aston Martin in der Formel 1 derzeit weit entfernt. Sebastian Vettel tut sich mit dem Auto trotz einiger Fortschritte nach wie vor schwer, schafft es noch nicht, regelmäßig in die Punkte zu fahren. Doch warum hinken die "Grünen" und Vettel hinterher? Nico Hülkenberg, seines Zeichens Ersatzfahrer des Teams, hat im exklusiven Interview mit RTL/ntv eine simple Erklärung parat. Ein Lob gibt's für Mick Schumacher – oben im Video.

Werksteam hat im wahrsten Sinne "mehr an Boden verloren"

Aston Martin und Mercedes hätten durch die Regeländerungen am Unterboden über den Winter im Vergleich zu den anderen Teams am meisten "an Boden verloren", sagte Hülkenberg. "Aston Martin hat ja das gleiche Konzept verfolgt wie Mercedes, mit diesem Low Rake, also die andere aerodynamische Philosophie als bei den meisten anderen Teams."

Anders als etwas Red Bull (High Rake) setzten und setzen Mercedes wie Aston Martin auf ein weniger steil angestelltes Auto im Heckbereich (Low Rake). Ein Konzept, das 2020 voll aufging, nicht aber in diesem Jahr.

Denn: Durch die Regeländerungen ist der Unterboden nun ein Stückchen kleiner, zudem mussten die Teams aerodynamisch an den hinteren Bremsbelüftungen sowie am Diffusor abrüsten. In Summe haben die Autos weniger Abtrieb. Red Bull und andere konnten dies mit ihrem Grundkonzept besser kompensieren als Mercedes oder eben Aston Martin.

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Aston Martin wird sich nicht mehr groß steigern

Hülkenberg sieht das britische Werksteam in einer Zwickmühle. Auf der einen Seite müsse Aston Martin versuchen, seinen Rückstand in der laufenden Saison aufzuholen. "Gleichzeitig müssen sie sich vorbereiten auf die riesen Regeländerung im nächsten Jahr."

2022 gilt in der Formel 1 ein völlig neues Regelwerk. Nahezu alle Rennställe konzentrieren sich in der Entwicklung daher schon auf das Auto für die kommende Saison. Hülkenberg glaubt deshalb auch, dass sich an den Leistungen von Aston Martin in diesem Jahr "nicht wirklich" etwas ändern werde.

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Lob für Schumacher, Spitze gegen Mazepin

Allen Aero-Problemen zum Trotz – dass sich Sebastian Vettel speziell in den ersten Saisonrennen äußerst schwer tat, hat Hülkenberg "schon ein bisschen verwundert". Es habe "wirklich ein Weile gedauert, dass er das Auto verstanden hat, dass er wirklich reingekommen ist." Nach dem "Mega-Highlight" in Baku, wo Vettel Zweiter wurde, seien die Leistungen zuletzt wieder "eher mäßig" gewesen, so der "Hulk".

Lob gab's für F1-Rookie Mick Schumacher. "Er fährt natürlich in einem Auto, das absolut nicht konkurrenzfähig ist. Das ist, wenn man in die Formel 1 kommt, natürlich nicht einfach", so der 179-malige GP-Starter. Dennoch: Die Lernkurve des 22-Jährigen "geht stetig und steil bergauf".

Einen kleinen Stichel-Pfeil gegen Schumachers Stallrivalen Nikita Mazepin hatte Hülkenberg auch noch im Köcher: Der junge Russe sei für Schumi jr. "sportlich gesehen nicht die allerbeste Messlatte". (fgo/mar)

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