Legendäres Manöver gegen Schumi vor 21 Jahren

Spa-Experte Häkkinen: Darauf kommt's beim Belgien-GP an

27. August 2021 - 8:13 Uhr

Setup in Belgien das Zünglein an der Waage

Mika Häkkinen weiß, wie man den Grand Prix von Belgien gewinnt. Im Jahr 2000 siegte der Finne in Spa-Francorchamps dank eines legendären Überholmanövers gegen Michael Schumacher, seinen großen Formel-1-Rivalen. Im RTL-Interview erläutert Häkkinen, worauf es in Puncto Setup auf der Ardennen-Achterbahn ankommt und was er beim Rennen am Wochenende erwartet.

Ein Manöver für die Ewigkeit

​​​​​​Es ist der 27. August 2000. Beim Großen Preis von Belgien zeigt Mika Häkkinen eines der besten Überholmanöver in der Geschichte der Formel 1. Rundenlang hat er sich an Michael Schumacher im Ferrari abgearbeitet. Kurz vor Ende des Rennens aber schlägt der Finne zu.

Im Formationsflug rasen Schumi und Mika durch die Vollgas-Kurve Eau Rouge, auf der Geraden saugt sich Häkkinen in seinem McLaren-Mercedes an den Deutschen heran. Vor den Rivalen tuckert Hinterbänkler Ricardo Zonta im BAR über die Strecke – und wird zu Häkkinens Joker. Während Schumacher links an Zonta vorbeifährt, überholt Häkkinen den Brasilianer rechts und sticht in Les Combes auch noch gleich innen am Ferrari vorbei. Ein Jahrhundert-Manöver.

Schon vor dem Höhepunkt in Runde 41 ist der Belgien-GP ein echter Thriller. Es regnet, das Feld startet hinter dem Safety Car. Häkkinens McLaren ist eher auf ein trockenes Rennen abgestimmt, während Schumi und Ferrari die rote Göttin auf nass getrimmt haben.

Häkkinen führt zunächst dennoch souverän, ehe er auf abtrocknender Strecke einen Dreher hinlegt und von Schumacher kassiert wird. Nach den Boxenstopps beginnt die Aufholjagd des Finnen – dank eines Setup-Kniffs seiner Crew. Häkkinen ist in den superschnellen Sektoren 1 und 3 klar schneller als der Ferrari, Schumacher hat nur im kurvigen Mittelteil die Oberhand.

Dank des Highspeeds ist Häkkinen kurz vor Ende auf der Geraden im Windschatten – und setzt seinen legendären Stich. Die WM gewinnt am Ende trotzdem Schumacher, es ist sein erster Titel mit Ferrari. (mar)