Seidl: "Nicht im Sinne der Formel 1"

Norris droht Rennsperre: McLaren-Teamchef kritisiert Strafen-Wahnsinn

08. Juli 2021 - 13:34 Uhr

Der Punkterausch des Lando N.

Lando Norris fährt sich in der Formel 1 aktuell in einen Punkte-Rausch – im positiven wie im negativen Sinn. In allen neun Rennen 2021 landete er bisher in den Top 8, liegt damit auf Rang vier in der WM-Gesamtwertung. Aber der junge Brite hat auch zehn Strafpunkte auf seinem Konto. Und bei zwölf muss er einmal zuschauen.

"Es ist nicht beruhigend. Die Gefahr besteht grundsätzlich", gesteht McLaren-Teamchef Andreas Seidl im exklusiven RTL/ntv-Interview. Gleichzeitig äußert er aber auch Kritik am derzeitigen Strafen-Wahnsinn in der Königsklasse – zuletzt hatte eine solche Norris Rang zwei in Österreich genommen. Was Seidl darüber denkt, wer Norris im Fall der Fälle ersetzen könnte und wie die Stimmung bei McLaren derzeit aussieht – oben im Video.

Andreas Seidl: F1 sollte Strafpunkte-System überdenken

Seidl betont aber, wie wichtig es trotz der Gefahr im Hintergrund sei, dass Norris vollkommen unbelastet in die Wochenenden gehe und dabei "auf maximale Performance" aus ist. Er dürfe sich da nicht "zu sehr verrückt" machen.

Zusammen mit der FIA, den Fahrern und den Teams solle sich die F1 aber "grundsätzlich überlegen, ob man dieses Punktesystem nicht überdenken sollte", findet Seidl. "Das kann nicht im Sinne der Formel 1 sein, dass ein Fahrer für so einen Zwischenfall (wie in Österreich zwischen Norris und Checo Perez, d.Red.) ein Rennen aussetzen müsste."

+++ Seidl erklärt: Warum Norris in der Form seines Lebens ist +++

Mclaren driver Lando Norris of Britain leads ahead of Red Bull driver Sergio Perez of Mexiconduring the Styrian Formula One Grand Prix at the Red Bull Ring racetrack in Spielberg, Austria, Sunday, June 27, 2021. (AP Photo/Darko Vojinovic)
Das Duell Norris vs. Perez endete in Spielberg mit einer Strafe für den Briten.
© AP, Darko Vojinovic, FA

Seidl: Dieser Ex-F1-Fahrer könnte Norris vertreten

Dem McLaren-Teamchef ist klar, dass Strafpunkte "richtig und wichtig sind, wenn es darum geht, dass Fahrer gefährliche Sachen machen". Trotzdem müsse die aktuelle Regellage beim nächsten Meeting zwischen den Parteien diskutiert werden: "Dann werden wir da hoffentlich eine andere Lösung finden für die Zukunft."

Über den Fall der Fälle, dass Norris für einen Grand Prix verbannt wird, haben sich Seidl und seine Jungs aber noch keine konkreten Gedanken gemacht – wer könnte das Cockpit dann übernehmen? "Wir haben mit Mercedes ein Abkommen bezüglich der Reservefahrer." Die "erste Wahl" wäre wohl Stoffel Vandoorne, ein Ex-Pilot des Teams – und damit nicht Nico Hülkenberg. Auch wenn Seidl nichts ausschließt.

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Stoffel Vandoorne 2017 in Ungarn
© imago/LAT Photographic, imago sportfotodienst

Bei McLaren lächeln die Mitarbeiter

Die Strafpunkte-Sorgen können aber nichts daran ändern, dass die Stimmung bei McLaren momentan sehr gut ist. Auch im Werk in Woking seien die Jungs und Mädels happy, berichtet Seidl. "Absolut, Ergebnisse wie jetzt am letzten Sonntag sind natürlich Motivation pur für das ganze Team", so der Teamboss, der sich bei seiner Montags-Tour durch die Firma über "lächelnde" Mitarbeiter freute.

"Das ist die größte Belohnung für uns alle." Es bestärkt den McLaren-Boss und seine Crew nur in einem: Weiterhin "jeden Sonntag mit dem Wunsch aufzustehen, das Rennen zu gewinnen". (ana)