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Formel 1-Kommentar: Danke, Kevin Magnussen! Genau diesen Crash brauchte Lewis Hamilton

Kommentar zum Spanien-Crash

Danke, Magnussen! Genau diesen Crash brauchte Hamilton

BARCELONA, SPAIN - MAY 20: Lewis Hamilton of Great Britain and Mercedes walks in the Paddock after practice ahead of the F1 Grand Prix of Spain at Circuit de Barcelona-Catalunya on May 20, 2022 in Barcelona, Spain. (Photo by Clive Mason/Getty Images)
Lewis Hamilton
CJM / WTM, Getty Images, Bongarts

Von Alessa-Luisa Naujoks

Mercedes sollte Kevin Magnussen dankbar sein. Dafür, dass er Lewis Hamilton in der ersten Runde beim Großen Preis von Barcelona mit dem Crash das Rennen ruiniert hat. Klingt gaga, könnte sich für den Rest der Saison aber auszahlen, denn: Der „Null-Bock-Lewis“ ist Geschichte!

Hamilton nach fünf Runden in Barcelona am Tiefpunkt angekommen

Er kam Anfang der Saison als gebrochener Star zurück. Zeit heilt alle Wunden, ja. Aber ob Lewis Hamilton jemals darüber hinwegkommt, was im Saisonfinale 2021 in Abu Dhabi passiert ist? Das weiß wahrscheinlich nicht einmal er selbst. Der Brite jagte deshalb an den ersten fünf Station des Formel-1-Jahres – so ehrlich muss man sein – seinem Biss hinterher. Das Messer zwischen den Zähnen? Nicht beim siebenmaligen Weltmeister, der sich im bouncenden Silberpfeil quälte und das Nachsehen hinter George Russell hatte. Der Ex-Williams-Pilot kennt sich schließlich mit schwer fahrbaren Boliden aus.

Kein Wunder also, dass Hamilton frustriert und desillusioniert in Runde fünf (von 66) in Spanien seinen Mercedes lieber parken als am Ende des Feldes weitercruisen wollte. Der Tiefpunkt.

Hintergrund: Nachdem Hamilton als Einziger das Risiko eingegangen war, mit den Medium-Reifen zu starten, wurde er mit einem starken Start dafür belohnt, verlor keine Position. Selbst wenn Kevin Magnussen ihn in Runde eins außen herum überholt hätte, es wäre verschmerzbar gewesen. Doch der Haas-Pilot fuhr dem Mercedes in die Kiste, Hamiltons linkem Vorderrad ging die Luft aus. Alle Hoffnungen auf ein Podium von Startplatz sechs waren dahin.

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Hamilton startete weltmeisterliche Aufholjagd

„Ich würde den Motor schonen, wenn ich an eurer Stelle wäre. Sorry, Jungs“, funkte der 37-Jährige bedröppelt an seine Crew.

Aber nix da, Hamiltons Schonmodus ist vorbei! Mercedes ließ ihn in der Hoffnung auf Punkte weiterfahren. Schließlich hat das Team endlich die Probleme mit dem Bouncing gelöst. Und siehe da: Weltmeisterlich (!) kämpfte sich Hamilton seinen Weg durchs Fahrerfeld. Von Platz 19 auf Rang fünf – und wären ihm nicht Temperaturprobleme in die Quere gekommen, er hätte am Ende auch noch Ferrari mit Carlos Sainz hinter sich gelassen.

Als Belohnung wurde der Brite zum Fahrer des Tages gewählt. Dabei hat sich auch Max Verstappen in Barcelona die Seele aus dem Leib gefahren, ohne DRS wie ein Löwe gekämpft und schließlich gewonnen. Aber alle Augen lagen – erstmals 2022 wieder im positiven Sinne – auf Hamilton. Balsam für seine Wunden.

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Ganz viel Balsam für Hamiltons geschundene Seele

Und das weiß auch Mercedes: Erst meldete sich Mercedes-Teamchef Toto Wolff via Funk bei Hamilton, entschuldigte sich für die Probleme zum Schluss, sprach ihm aber umgehend seinen Glückwunsch aus. „Das war ein großartiges Rennen. Ein großartiges Rennen. Du warst das schnellste Auto auf der Strecke“ und: „Es hätte wahrscheinlich um den Sieg gehen können.“

Als wären diese Worte nicht schon aussagekräftig genug, legte Strategie-Boss James Vowles nach: „Hi Lewis, eine wirklich, wirklich starke Fahrt von dir heute. Du warst der schnellste Mann auf der Strecke und wir haben sehr viel Potential, um noch weiter nach vorne zu kommen.“ Bei Mercedes weiß man eben auch, welche Streicheleinheiten ihr Star braucht. Und die hat er umgehend bekommen.

Hamilton selbst sagte nach dem Rennen: „Das ist ein großartiges Zeichen, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen. Ich habe keine Zweifel. Das war richtig gut. Ein Rennen wie dieses, in dem du von so weit hinten kommst, ist wie ein Sieg.“ Alle Zweifel restlos ausgeräumt! Der wahre erste Sieg von Hamilton 2022 wohl nur noch eine Frage der Zeit. Und das alles auch dank Kevin Magnussen.