Englische Fahrer im Fokus

Formel 1 is coming home

Silverstone
Silverstone
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13. Juli 2021 - 16:15 Uhr

Heimspiel-Feeling für Hamilton und Co.

Nach Football's coming home heißt es nun: Die Formel 1 kommt nach Hause – zumindest in das "Home of British Motor Racing". Die Königsklasse macht am Wochenende Halt auf der Traditionsstrecke in Silverstone. Beim zehnten Rennen der 2021-Saison (Sonntag, 16 Uhr im RTL-Ticker) mit Rekordkalender stehen neben der Premiere des Sprintrennens vor allem die englischen Fahrer bei ihrem Heimspiel im Fokus.

LEWIS HAMILTON (Mercedes)

Lewis Hamilton, Lando Norris und George Russell.
Lewis Hamilton, Lando Norris und George Russell.
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Auf der heimischen Couch verfolgte der Rekordweltmeister das dramatische Endspiel der Fußball-EM, "so stolz" sei er auf die Three Lions, teilte er danach mit. Und konzentrierte sich dann wohl schnell wieder auf den eigenen Sport, denn auch in der Formel 1 droht ja eine knappe bittere Titel-Niederlage für den englischen Helden. Fünf Rennen ist er nun ohne Sieg, das gab es zuletzt 2016, als der Weltmeister letztmals nicht Lewis Hamilton hieß.

Auf 32 Punkte ist Max Verstappen bereits enteilt, und wenn der Red-Bull-Pilot nun sogar auf Hamiltons Heimstrecke gewinnt - dann spricht in dieser Saison eigentlich gar nichts mehr für den Dauer-Dominator im Mercedes.

GEORGE RUSSELL (Williams)

Ein Landsmann könnte Hamilton in Silverstone auch neben der Strecke die Show stehlen, und das gelingt wahrlich nicht vielen. George Russell soll zur neuen Saison das zweite Mercedes-Cockpit neben dem Superstar übernehmen. An diesem Wochenende, so wird gemunkelt, könnte Vollzug gemeldet werden. Die Entscheidung fällt zwischen dem 23-Jährigen und dem viel kritisierten Valtteri Bottas.

Der Finne hat sich zuletzt stabilisiert, aber das dürfte kaum genügen, um seinen Job zu behalten: Eigentlich spricht alles für Ausnahmetalent Russell. Er hat das Mercedes-Junior-Programm durchlaufen, ist mittelfristig der perfekte Nachfolger Hamiltons und schon jetzt bärenstark. Den eigentlich deutlich unterlegenen Williams-Boliden steuert er regelmäßig in Richtung der Top 10. Nur mit den ersten Punkten klappte es noch nicht ganz, in Österreich crashte Fernando Alonso kurz vor Schluss die Punkt-Party.

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LANDO NORRIS (McLaren)

Die Engländer machen offenbar sehr vieles sehr richtig im Motorsport. Denn nicht nur der Rekordweltmeister kommt von der Insel, nicht nur dessen möglicher Nachfolger - auch der Shootingstar dieser Saison ist ein Brite. Lando Norris macht Rennen für Rennen den Unterschied: Mit dem zweifellos guten McLaren fährt er immer wieder in die Spitze vor, dahin also, wo eigentlich nur Red Bull und Mercedes hingehören. I

In neun Rennen landete er achtmal unter den besten Fünf, dreimal stand Norris auf dem Podest, zuletzt in Österreich, als er Rekordmann Hamilton sogar überholte. In der Gesamtwertung kämpft er um Rang drei hinter Verstappen und Hamilton. Der 21-Jährige ist wie Russell einer, der künftig Weltmeister werden kann. Sein erster Sieg scheint nur eine Frage der Zeit.

Am Sonntag erlebte er beim Besuch des EM-Endspiels allerdings einen Schock. Diebe überfielen ihn im Wembley-Stadion und raubten ihm eine 46.000 Euro teure Uhr vom Handgelenk. Norris selbst blieb zum Glück unverletzt.

140.000 ANDERE

Es ist also kein Wunder, warum die Engländer den Motorsport so sehr lieben, und am Wochenende wird das auch wieder sichtbar sein. Denn was in Wembley Kritiker aus ganz Europa auf den Plan rief, setzt sich in Silverstone nahtlos fort. Hier, wo 1950 das erste Formel-1-Rennen der Geschichte stieg, öffnen die Veranstalter komplett: Mit bis zu 140.000 Zuschauern kann der WM-Lauf nahe London das meistbesuchte Sportereignis Großbritanniens seit dem Beginn der Corona-Pandemie werden.

Nicht nur Lewis Hamilton hat da gemischte Gefühle. "Ich freue mich, die Fans wiederzusehen", sagte er zuletzt, "aber es wirkt ein bisschen vorschnell auf mich." Den Ansatz, die britischen Fans "für so einen Testlauf zu verwenden", verstehe er nicht. (msc/sid)

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