Drei Gründe, warum er Verstappen schlagen konnte

So krallte sich Hamilton die Sprintrennen-Pole in Silverstone

Lewis Hamilton startet am Samstag im Sprintrennen von ganz vorn.
Lewis Hamilton startet am Samstag im Sprintrennen von ganz vorn.
© Imago Sportfotodienst

16. Juli 2021 - 21:23 Uhr

Von wegen keine Chance!

Der Weltmeister meldet sich zurück! Überraschend hat sich Lewis Hamilton die Pole für das Sprintrennen in Silverstone gesichert und seinen WM-Kontrahenten Max Verstappen geschlagen. Drei Dinge waren entscheidend dafür, dass der Engländer die Oberhand hatte, obwohl es schon nach dem ersten Freien Training so ausgesehen hatte, dass er wieder chancenlos sein würde.

Virtuelle Hilfe für die Realität

Lewis Hamilton ist nicht gerade bekannt dafür, dass er sich gerne in Simulatoren auf die Rennen in der Formel 1 vorbereitet. Seine sieben WM-Titel hat der Rekordfahrer anderen Fähigkeiten zu verdanken. Aufgrund der aktuellen Situation, in der Red Bull mit Max Verstappen überlegen scheint, muss Hamilton aber umdenken und auch mal andere Wege gehen, um an seinem Kontrahenten um die WM-Krone wieder vorbeiziehen zu können. Und das ist einer der Gründe, warum Hamilton am Samstag im Sprintrennen (Hier erhalten sie alle Infos zum neuen Wettbewerb) von der Pole startet und nicht Verstappen.

"Ich war am Dienstag im Simulator, und diesen Morgen wieder. Wir hatten frei, also wollte ich nicht herumsitzen und Zeit verschwenden. Wir sind am Morgen ein Training gefahren und wir versuchen, das Auto zu entwickeln, jedes Stück Performance herauszudrücken. Und heute hat es geklappt", sagte Hamilton nach dem Qualifying-Erfolg am Freitagabend. "Das Rennen wird natürlich schwierig, aber ich denke, dass wir das Auto an einem guten Punkt haben."

Der Red Bull zickt ein wenig

Am Samstag wird Hamilton vermutlich keine Zeit haben, um nochmal im Simulator zu üben. Bereits um 13 Uhr steht das zweite Freie Training an, bevor um 17.30 Uhr das Sprintrennen startet. Da geht es für ihn um drei Punkte und darum, Boden gutzumachen auf Verstappen, der in der WM-Wertung 32 Zähler vor ihm liegt.

Das Auto des Niederländers ist der zweite Grund, warum es Hamilton auf die Pole geschafft hat. Im ersten Freien Training dominierte Verstappen noch nach Belieben, hatte über sieben Zehntel Vorsprung auf die Konkurrenz. Im Qualifying hatte der WM-Führende jedoch Schwierigkeiten mit seinem Red Bull. "Ich glaube, dass sich das Auto eigentlich ganz gut angefühlt hat, aber es gab nur unglaublich viel Untersteuern, dadurch konnte ich in den Kurven nicht mehr attackieren", sagte Verstappen. "Ich musste immer darauf warten, dass ich die Front Grip bekam, es war seltsam, so zu fahren. Aber wir sind noch immer nah dran."

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Fan-Vorteil für Hamilton

Doch es gibt noch einen anderen Faktor, der für Hamilton spricht und ihn zur Spitzenposition getrieben hat. War der Österreich-GP noch geprägt von einem orangefarbenen Fahnenmeer der mehr als 20.000 niederländischen Fans hat nun der Weltmeister die Zuschauer hinter sich – und zwar deutlich mehr. 140.000 Fans werden an jedem Tag des Rennwochenendes erwartet und fast alle feiern ihre britischen Helden Hamilton und George Russell, der im Williams wieder mal eine überragende Leistung zeigte und sich erneut für eine Zukunft im Mercedes-Cockpit empfehlen konnte.

"Das haben wir ein Jahr lang so sehr vermisst", sagte Hamilton über die Rückkehr der Fan-Massen. "Als wir hierher gekommen sind, hatten wir nach unserer Arbeit die Hoffnung, dass wir es schaffen können und das Ergebnis haben wir den Fans zu verdanken. Ohne sie hätte ich das nicht geschafft. Ich bin überglücklich." (sho)