Marko dämpft Erwartungen

Verstappen-Sieg in Frankreich eine enge Kiste

16. Juni 2021 - 20:49 Uhr

Helmut Marko im RTL-Interview

Am Wochenende steigt der nächste Showdown im Titelkampf. Nach den beiden Stadtkursen in Monaco und Baku kehrt die Formel 1 auf eine "normale" Strecke zurück. Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko erwartet beim Frankreich-GP einen engen Kampf zwischen seinem Schützling Max Verstappen und Weltmeister Lewis Hamilton. Ein Sieg in Österreich sei aber realistischer, sagte er im exklusiven RTL-Interview. Sein Ausblick auf den Großen Preis von Frankreich (Sonntag ab 15 Uhr im RTL-Liveticker), sehen Sie oben im Video.

Le Castellet mit "atypischem Belag"

Was geht für Red Bull Racing auf dem Circuit Paul Ricard in Südfrankreich? Nach den Patzern von Lewis Hamilton und Valtteri Bottas und dem Triumph von Sergio Perez in Baku haben die "Bullen" ihre Führung in der Konstrukteurswertung ausgebaut. Allerdings kostete ein Reifenplatzer auch Max Verstappen weitere Punkte im WM-Kampf. Er liegt weiter einen Zähler vor seinem Verfolger.

Statt engem Stadtkurs heißt es nun wieder: Breites F1-Asphalt mit langen Auslaufzonen. Ist Frankreich also auch Mercedes-Terrain, vorbei die Red-Bull-Party? So weit will Helmut Marko, Motorsportberater von Red Bull nicht gehen. "Es wird ganz eng zwischen den zweien", sagt er im Gespräch mit RTL-Reporter Felix Görner. Le Castellet sei ein Kurs mit ganz eigenen Charakteristiken. Ein atypischer Belag, den es sonst nicht gebe. Es komme vor allem auf die Tagesverfassung und auch die Temperatur an, glaubt Marko.

Video: Bottas noch nicht abschreiben

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"Zwei Siege in Österreich realistischer"

Seit Le Castellet 2018 in den Formel-1-Kalender zurückgekehrt ist, fuhr Mercedes jeweils durch Lewis Hamilton zwei ungefährdete Siege ein. Doch in dieser Saison, in der vieles anders ist oder verläuft, ist auch ein Verstappen-Triumph im Bereich des Möglichen.

"Ich hoffe, dass er in Österreich zwei Siege schafft, das scheint mir realistischer", sagte Marko weiter. Nach dem Großen Preis von Frankreich in Le Castellet wird die Königsklasse gleich weiterziehen zum Red-Bull-Ring in Spielberg/Österreich, wo in einem Doppel-Header am 27. Juni und 4. Juli gefahren wird.

Ob Red Bull am Wochenende in Frankreich mit neuem Motor antritt, wisse er noch nicht, sagte Marko. Bislang habe Red Bull "keine Probleme" gehabt, allerdings gab es Auffälligkeiten beim Schwesterteam AlphaTauri. Der Antrieb im Wagen von Pierre Gasly wurde nach Japan geflogen und untersucht. Die Entscheidung über einen Motorwechsel sei von den Ergebnissen der Untersuchungen abhängig.

In Le Castellet ist ein Ein-Stopp-Rennen zu erwarten, auf viele Safety-Car-Phasen sollte man sich wegen der großzügigen Auslaufzonen eher nicht einstellen. Bei Fahrern gilt die Strecke als nicht besonders beliebt. (msc)

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