Red-Bull-Chefberater im RTL-Interview

Helmut Marko rechnet mit Mick-Aus - und Hülkenberg-Comeback

"Vertrauensbeweis für Mick fehlt" 4 Fragen an Helmut Marko
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4 Fragen an Helmut Marko
"Vertrauensbeweis für Mick fehlt"

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von Martin Armbruster

Helmut Marko geht nicht davon aus, dass Mick Schumacher bei Haas einen neuen Vertrag bekommt und auch kommende Saison in der Formel 1 fährt. „Wenn ein Team in der Öffentlichkeit den Fahrer so massiv kritisiert, wie das teilweise der Fall war, zeigt das, dass innerhalb des Teams der Vertrauensbeweis fehlt“, sagte der Red-Bull-Chefberater im Interview mit RTL/ntv. Er halte es für schwierig, „dass man hier eine weitere Zukunft gestalten kann.“

"Nehme an, dass Haas auf einen Routinier setzt"

Schumachers Vertrag bei Haas läuft zum Saisonende aus, bei noch zwei ausstehenden Rennen belegt der 23-Jährige derzeit in der Fahrer-WM mit zwölf Punkten Rang 16.

„Bei Haas ist die Situation so, dass mit Magnussen ein erfahrener Fahrer da ist und wenn es ein aufstrebendes, tolles Talent gäbe, würde ich auf dieses setzen. Da sehe ich derzeit aber niemanden, der diese Voraussetzungen hätte“, sagte Marko: „Und aus Teamsicht, da geht es ja auch in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft um sehr viel Geld – ob man Zehnter oder Achter ist, das sind x Millionen Dollar Unterschied –, nehme ich an, dass Haas auf einen Routinier setzen wird.“

TV-Tipp: Brasilien-Rennen und Schumacher-Doku – großer Formel-1-Abend bei RTL

Als heißer Kandidat auf den Haas-Sitz gilt Nico Hülkenberg – das sieht auch Marko so. Sollte der 35-Jährige 2023 sein Comeback als Stammfahrer in der Formel 1 geben, „wäre das schade für ServusTV (wo Hülkenberg als Experte arbeitet, Anm.d.Red.). Auf der anderen Seite hat Hülkenberg den Nimbus und das hat er auch bewiesen: Er springt ins Auto als Reservefahrer ohne jegliche Testkilometer, also sozusagen ins kalte Wasser, und hat immer abgeliefert. Das spricht schon deutlich für ihn.“

VIDEO: Weiter kein Mick-Bekenntnis von Steiner

Steiner mit dünnem Lob für Schumacher Wer fährt 2023 im Haas?
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Wer fährt 2023 im Haas?
Steiner mit dünnem Lob für Schumacher

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Haas und die Frage "Jugend oder Erfahrung?"

Haas-Teamchef Günther Steiner hatte Schumachers Chance auf den Platz neben Kevin Magnussen im RTL/ntv-Interview jüngst zum wiederholten Mal auf „Fifty-Fifty“ beziffert. Für den US-Rennstall gehe es vor allem darum, „wer das Team stabil in die Zukunft führen kann“.

Haas sei „nah dran“ an einer Entscheidung, diese solle am besten vor dem Sao-Paulo-GP in Brasilien (13. November LIVE bei RTL) fallen, so Steiner. Die Cockpitvergabe hänge letztlich an der Frage Jugend oder Erfahrung. Und hier sieht Marko Schumacher offenbar im Hintertreffen.

Mick Schumacher Ein Jahr Pause und dann zu Sauber?

Der Red-Bull-Häuptling stellte Schumacher für dessen zweite F1-Saison ein gemischtes Zeugnis aus. „Von außen sah es so aus, dass die erste Saisonhälfte nicht gut war, es waren heftige Unfälle mit hohen Material- und Geldschäden, was für Teams natürlich gravierend ist. Es hat dann sehr gute Rennen gegeben, England und Österreich. In der Folge ist Schumacher in der zweiten Jahreshälfte deutlich besser geworden“, urteilte Marko. Zuletzt habe der Deutsche „teilweise Pech mit der Strategie von Haas und auch Defekte gehabt“.

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Für Schumacher wäre es „sicher eine Möglichkeit“, 2023 zu pausieren und die Rolle als Ersatzfahrer bei Ferrari auszufüllen. Der Österreicher wies darauf hin, dass 2024 „einige Plätze frei werden, Verträge laufen aus“. Im Fahrerlager wird seit geraumer Zeit darüber spekuliert, dass Schumacher in zwei Jahren bei Sauber anheuern könnte. 2026 steigt Audi bei dem Schweizer Rennstall ein, aus dem dann ein deutsches Werksteam wird – mit Schumacher als deutschem Fahrer?