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Formel 1: Foto von Mercedes-Teamchef Toto Wolff nach Lewis Hamiltons Überholmanöver zeigt ganze Brisanz im WM-Duell

Erbitterter Zweikampf in der F1

Dieses Foto zeigt die ganze Brisanz des WM-Fights

Mercedes-Teamchef Toto Wolff
Mercedes-Teamchef Toto Wolff
Imago Sportfotodienst

Wolffs Geste sagt „F*** them all“

In Brasilien flogen verbal die Formel-1-Fetzen: „Scheiß auf sie alle“, war einer der Sätze, der den Funkverkehr zum Qualmen brachte. Wer etwas über das Feuer wissen will, das im Zweikampf zwischen Mercedes und Red Bull um die WM-Krone steckt, muss eigentlich nur ein Foto kennen, das gerade viral geht und Millionen Nutzern gefällt.

Es hält eine Szene aus den Live-TV-Bildern vom Sonntag fest: Mercedes-Teamchef Toto Wolff guckt darauf verbissen in die Kamera. Zeigt mit dem Finger in die Linse, ist voll im Trotz-Modus, nachdem sich Lewis Hamilton im Rennen Max Verstappen geschnappt und die Führung übernommen hatte. Und Wolff schickt damit einen stummen Gruß raus in Richtung der Konkurrenz und der F1-Regelhüter. In dem Foto stecken alle Emotionen, die an diesem Wochenende bei den Silbernen aufkamen und den WM-Kampf diktieren: Frust, Freude, Wut, aber vor allem die Genugtuung, trotz aller Widerstände dem Rivalen Red Bull mächtig einen ausgewischt zu haben.

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Mercedes vs. Red Bull: Der Psychokrieg hat begonnen

Mercedes‘ Sao Paulo-Wochenende glich einer Achterbahnfahrt der Gefühle. Dabei lief der Freitag so stark. Nach der Machtdemonstration von Max Verstappen und Red Bull in Mexiko, meldete sich Silber in Brasilien zurück und bestimmte das Geschehen auf der Strecke im Freien Training und Qualifying. Hamiltons Pole am Freitagabend – sie hatte jedoch keine 24 Stunden Bestand.

Weil der WM-Konkurrent aus Österreich knapp eine Stunde vor der Jagd um Startplatz eins für das Sprint-Qualifying bei der FIA offenbar Bedenken anmeldete, ob der Heckflügel von Mercedes auch wirklich regelkonform wäre, stand Lewis Hamiltons Wagen ganz genau auf dem Prüfstand – und scheiterte im Check.

Ein Millimeter-Vergehen im Außenbereich des Flügels bei geöffnetem DRS, was selbst in den Augen der Stewards absolut unbeabsichtigt war, machte für Mercedes aus Startplatz eins den bitteren Rang 20. Ein Schock nach dem stundenlangen Warten auf die Entscheidung. Der Psychokrieg hatte begonnen.

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Mercedes bekommt Strafe - Red Bull darf schrauben

„Wir hatten keinen illegalen Flügel, sondern einfach einen Schaden, der sich so geäußert hat, dass es links okay war, in der Mitte okay war und rechts vielleicht 0,2 Millimeter gefehlt haben", sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff, er hielt die Strafe deshalb anfangs schlichtweg für einen „Witz“.

Voller Ernst kündigte er an, in Zukunft beim Rivalen auch ganz genau hinzuschauen und bei der FIA nachzuhaken. „Wir werden in den kommenden Wochen auch viele Fragen stellen, wenn wir bei anderen Teams etwas sehen. Der Modus Operandi hat sich etwas verändert.“ Die Drohung geht raus – vor allem an Red Bull.

Dass die Bullen vor dem Rennen am Sonntag noch mit Genehmigung der FIA am Flügel von Verstappen rumschrauben durften, weil der offenbar beschädigt war – uh, das stieß Mercedes ganz übel auf. Der Frust und die Wut wurden immer größer.

 33 Max Verstappen NED, Red Bull Racing, F1 Grand Prix of Brazil at Autodromo Jose Carlos Pace on November 13, 2021 in Sao Paulo, Brazil. Photo by HOCH ZWEI Sao Paulo Brazil *** 33 Max Verstappen NED, Red Bull Racing , F1 Grand Prix of Brazil at Auto
Auch Max Verstappen kassierte in Brasilien eine Strafe.
www.imago-images.de, imago images/HochZwei, HOCH ZWEI via www.imago-images.de
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Nächstes Kapitel in der Brasilien-Posse: 50.000 Euro fürs Flügelberühren

Dabei war Red Bull auch nicht vollauf happy mit der Leistung der Stewards. Dass Verstappen bei den Regelhütern antanzen musste, weil er nach der Quali im Parc Fermé den Heckflügel von Hamilton zweimal unerlaubterweise berührt und dabei zugedrückt hatte, erschien dem Team eher wie eine Farce als eine logische Konsequenz. Eine 50.000 Euro-Strafe wurde ihm dafür aufgebrummt. „Es trifft ja keinen Armen“, meinte Red-Bull-Berater Helmut Marko süffisant.

Selbst Sebastian Vettel scherzte darüber: „Ich werde Hamiltons Heckflügel berühren", erklärte er seinem Ingenieur am Funk, nachdem er am Samstag nach dem Sprint-Qualifying hinter dem Briten eingeparkt hatte. "Wage es nicht, sehr teuer", bekam er als Antwort. Vettel konterte: „Ich mache nur Spaß. Ich werde den Frontflügel probieren, vielleicht sind es nur 25.000 Euro.“

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Wolff: Diese Entscheidung der F1 "eigentlich peinlich"

Ob 25.000 oder 50.000 Euro Strafe, Mercedes-Boss Wolff war’s egal. Das Verhalten der FIA gegenüber seinem Team aber nicht. Schließlich platzte ihm der Kragen, als es aller Startplatzstrafen in Brasilien zum Trotz auf der Strecke zwischen Hamilton und Verstappen zum Duell um den Sieg kam und der Holländer den Mercedes-Rivalen beim ersten Überholmanöver nach der zweiten DRS-Zone von der Strecke drängte. „Eine absolute Sauerei, keine Strafe zu bekommen für das Rausdrängen", schimpfte Wolff über die Entscheidung der F1-Regelhüter um Rennleiter Michael Masi, den Vorfall nicht mal untersuchen zu lassen.

„Es geht darum, sie Rennen fahren zu lassen, darum geht es", hieß es von Red Bull am Funk an die FIA. Mercedes sah das Ganze naturgemäß anders. "Das ist verrückt", funkte Hamilton durch. „Max fährt sensationell, mit dem Messer zwischen den Zähnen. Aber wenn du das machst, musst du mit einer 5-Sekunden-Strafe rechnen. Das als Racing abzutun und nicht zu bestrafen, das ist eigentlich peinlich", brachte es Wolff später am Sky-Mikrofon auf den Punkt.

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Apropos Punkt: Nur noch 14 Punkte liegen zwischen WM-Spitzenreiter Verstappen und Hamilton bei noch drei anstehenden Rennen. Vom „Momentum“ will Wolff nach dem Brasilien-Wahnsinn zwar nichts wissen, aber irgendwie zeigt sein emotionsgeladenes Trotzreaktions-Bild auch: Wir sind wieder da – uns kriegt ihr nicht klein, wir schlagen zurück! Red Bull jedenfalls will laut Verstappen genauso weitermachen.

Es brodelt im Spitzenduell. Jetzt sind viele Emotionen mit im Spiel. Und so wird der Titelkampf 2021 im Endspurt knallhart, ultraheiß und könnte noch weitere Psycho-Spielchen zum Vorschein bringen. Ausgang: Völlig offen. (ana/sfu)