Medienbericht schlägt hohe Wellen

Eigene F1-Rennställe für Porsche und Audi?

VW und Porsche
VW und Porsche
© dpa, Karl-Josef Hildenbrand, kjh hpl, wst

13. Januar 2022 - 8:33 Uhr

Sie wollen nicht nur Motorenlieferanten sein

Bahnt sich ein Mega-Deal in der Formel 1 an? Einem Medienbericht zufolge will der VW-Konzern mit seinen beiden Marken Audi und Porsche in die Königsklasse einsteigen. Und zwar nicht als reine Motorenlieferanten, sondern als eigene Rennställe!

Was geht da mit McLaren und Red Bull?

Das berichtet die "FAZ". Schon länger ist bekannt, dass die beiden VW-Marken ab 2026 für ein F1-Engagement offen sind. Bislang hieß es, dass die beiden VM-Marken Motoren für Teams liefern könnten. Als mögliche Favoriten gelten hierfür McLaren (Audi) und Red Bull (Porsche).

Hintergrund: In vier Jahren gibt es ein neues Regelwerk. Ab 2026 soll die Serie halb elektrisch und CO2-neutral sein. Auch die Kostendeckelung für die Konstrukteure hat die Formel 1 für den gesamten Volkswagen-Konzern deutlich attraktiver, weil kalkulierbarer gemacht.

Zuletzt hatte Audi-Vorstandsmitglied Oliver Hoffmann diesen Spekulationen mit Äußerungen neue Nahrung gegeben.

Laut dem "FAZ"-Bericht sollen Audi und Porsche nicht nur bloße Motorenlieferanten sein, sondern mit eigenen Rennställen an den Formel-1-Start gehen. Die Verhandlungen mit den Rennställen McLaren und Red Bull seien weit fortgeschritten. Dabei gehe es um ein Kaufangebot für McLaren durch Audi und eine enge Porsche-Zusammenarbeit mit Red Bull.

Erinnerungen an erfolgreiche Zusammenarbeit

Erste Gerüchte einer Übernahme von McLaren hatte Audi im November jedoch dementiert. Aktuell erhält das Team die Motoren von Mercedes.

Die Marke Porsche hingegen soll mit Red Bull und AlphaTauri kooperieren, die derzeit noch Antriebseinheiten des japanischen Herstellers Honda beziehen. Bestätigt sind diese Spekulationen von offizieller Seite aber noch nicht.

Es wäre nicht der erste Gastauftritt der Stuttgarter. Schon in den 1950er und 60er Jahren war Porsche mit einem Werksteam angetreten und belieferte später McLaren in den 1980er Jahren – mit Erfolg. Zwei Fahrer- und Konstrukteurstitel sprangen heraus. 1991 zog sich das Team nach enttäuschender Zusammenarbeit mit dem Team Footwork aus der F1 zurück.

Eine Entscheidung über das Engagement fällt wohl im Aufsichtsrat des VW-Konzerns. Ende Februar soll er planmäßig tagen. Eigentlich geht es dann um den Konzernabschluss 2021 – vielleicht ja aber auch um das Jahr 2026. VW-Konzernchef Herbert Diess gilt schon länger als Befürworter eines F1-Einstiegs. (msc)