Leclerc über WM-Start, 2022 und Seb

„Es ist schmerzhaft“

© Getty Images, Bongarts, AJB / AJB

07. Mai 2021 - 11:02 Uhr

Formel 1: Ferrari-Pilot im RTL-Gespräch

Ferrari-Pilot Charles Leclerc hadert noch mit dem mittelmäßigen Ferrari, hat für die nahe Zukunft aber große Hoffnungen auf Verbesserung an seinem Dienstwagen. "Es ist schmerzhaft, dass wir immer noch Probleme haben, aufs Podium zu kommen und um Siege zu kämpfen", sagte er im RTL-Gespräch. Der Monegasse erklärte, warum der Ferrari-Fokus schon auf 2022 liegt und wie sich die Atmosphäre im Team seit dem Abgang von Sebastian Vettel verändert hat.

Ferrari hat "langen Weg" vor sich

Immerhin, das rote Gurken-Jahr 2020 ist abgehakt. Die Scuderia startete verbessert in die neue Saison. Doch hinter den Top-Teams von Mercedes und Red Bull hat sich erneut McLaren als dritte Kraft festgebissen. Ferrari ist mit dem SF21 zwar auf den Geraden etwas schneller als im Vorjahr, an dem britischen Team ist im Regelfall aber kaum ein Vorbeikommen.

"Wir haben uns verbessert seit dem vergangenen Jahr, haben aber noch einen langen Weg vor uns, um dorthin zu kommen, wohin wir wollen und das ist die Spitze. Wenn man es mit 2020 vergleicht, waren die ersten drei Rennen positiv", bilanzierte Leclerc im Gespräch mit RTL-Reporter Peter Reichert den Saisonstart.

Top-Priorität liegt auf 2022

 Formula 1 2021: Portuguese GP ALGARVE INTERNATIONAL CIRCUIT, PORTUGAL - MAY 02: Charles Leclerc, Ferrari SF21 during the Portuguese GP at Algarve International Circuit on Sunday May 02, 2021 in Portimao, Portugal. Photo by Mark Sutton / Sutton Image
Charles Leclerc ist mit der Balance des SF-21 zufrieden
© imago images/Motorsport Images, Mark Sutton via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Nach zwei sechsten Plätzen und einem vierten liegt Leclerc auf dem fünften Rang der Fahrerwertung, Ferrari ist hinter McLaren auch schwarz auf weiß nur die vierte Kraft der Teams. Natürlich spielt 2021 eine wichtige Rolle für das Team, der Blick geht aber schon in die Zukunft.

"2022 wird für alle Teams eine gute Möglichkeit für einen Reset der Performance sein. Die Wagen werden so anders sein, weil man kaum was übernehmen kann aus diesem Jahr", so der 23-Jährige. Im kommenden Jahr hält die Regel-Revolution in der Königsklasse Einzug. "Die Teams, die in diesem Jahr in der Entwicklung für das neue Auto den besten Job machen, werden am Ende am besten dastehen. Es ist eine große Möglichkeit für uns, wieder nach vorne zu kommen."

Leclerc unterstrich die Ansage von Teamchef Mattia Binotto. "Wir fokussieren uns auf 2022, das ist unsere Top-Priorität, dieses Jahr wird es keine Wunder geben. Im nächsten Jahr gibt es eine große Möglichkeit für uns."

RTL.de empfiehlt

Anzeigen:

Was geht für Ferrari in Barcelona?

Bis dahin heißt es: Reality-Check. In Barcelona, der Referenzstrecke der Formel 1 schlechthin, wollen die beiden Ferrari-Männer Boden gut machen im Punktekampf (Sonntag, live ab 14 Uhr bei RTL). "Die Strecke ist sehr repräsentativ für den Rest der Saison", sagte Leclerc. "Wir sind alle eng zusammen mit McLaren, Alpine, AlphaTauri. Wenn wir ein perfektes Wochenende hinlegen, bin ich sicher, dass wir ganz vorne bei den Mittelfeld-Teams sind."

In der Aufzählung fehlte Aston Martin, das neue Team vom Ex-Teamkollegen Sebastian Vettel. Nach dessen Abgang habe sich durchaus die Atmosphäre im Team geändert. "Es ist anders", sagte Leclerc. Für Carlos Sainz sei es eben das erste Jahr, "ich weiß noch genau, wie sich das anfühlt. Und man kann sich vorstellen wie motiviert und glücklich er über alles ist." Sainz sei "sehr enthusiastisch", das merke man im Team. Bei Seb sei es im vergangenen Jahr eben das "Ende eines Abenteuers" gewesen. "Der Humor hat sich im Team etwas geändert."

„Weiß nicht, was bei Seb fasch gelaufen ist“

ARCHIV - 31.10.2019, USA, Austin: Motorsport: Formel-1-Weltmeisterschaft, Grand Prix der USA, Ankunft der Fahrer: Charles Leclerc (l) aus Monaco von Team Scuderia Ferrari und Sebastian Vettel aus Deutschland vom Team Scuderia Ferrari treffen an der R
Charles Leclerc und Sebastian Vettel beim Rennen in Austin 2019
© dpa, Darron Cummings, nwi hak nic

"Ich kann nicht sagen, was für Seb letztes Jahr falsch gelaufen ist. Ich hoffe, er hat in diesem Jahr eine gute Saison", sagte Leclerc über seinen Ex-Stallrivalen, den er als "super Typen" bezeichnete, der "sehr hart arbeitet".

Aber auch mit dem neuen Mann an der Seite kommt Leclerc nach eigenem Bekunden prima aus. "Wir pushen uns, haben vor der Saison viel Zeit in Maranello verbracht, versuchen das Team in die richtige Richtung zu bewegen. Es war bisher eine sehr konstruktive Zusammenarbeit."

Grundsätzliche gebe es gerade beim Austausch über relevante Daten eine enge Zusammenarbeit mit dem Spanier. "Aber es gibt auch die Competition. Alle Fahrer wollen gewinnen, Carlos will gewinnen, ich will auch gewinnen. Wir teilen viele Informationen. Aber im Auto haben wir die Motivation, den anderen zu schlagen."

+++ Hier geht's zum Liveticker des 1. Freien Trainings in Barcelona +++

MSC

Auch interessant