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Formel 1: Berühren oder überqueren? FIA stellt Regeln für Boxenein- und Ausfahrt klar

Nach Ferrari-Protest gegen Red Bull in Monaco

Berühren oder überqueren? FIA stellt Regeln für Boxenein- und Ausfahrt klar

29.05.2022, Monaco, Monaco-Ville: Motorsport: Formel-1-Weltmeisterschaft, Grand Prix von Monaco: Sergio Perez aus Mexico vom Team Oracle Red Bull, Carlos Sainz aus Spanien vom Team Ferrari und Max Verstappen aus den Niederlanden vom Team Oracle Red B
Die Linie an der Boxenausfahrt sorgte in Monaco für Diskussionsstoff
bsc, dpa, Hasan Bratic

Die weiße (oder gelbe) Linie an der Boxenein- und Boxenausfahrt – sie war in der Formel 1 lange unantastbar. Deswegen protestierte Ferrari nach dem Monaco-GP auch gegen die Red-Bull-Piloten Sergio Perez und Max Verstappen , die die Linie beim Verlassen der Boxengasse gekratzt hatten. Die FIA schmetterte den Protest mit Verweis auf die seit dieser Saison geltenden Regeln ab – welche die Paragraphenwächter aber offenbar selbst nicht alle auf dem Schirm hatten.

Rennleiter Wittich erklärt die Regeln

Vor dem achten Saisonrennen in Baku stellte Rennleiter Niels Wittich in den sogenannten „Event Notes“ zum Grand Prix von Aserbaidschan klar, was erlaubt ist und was nicht. Wittich verwies auf eine entscheidende Änderung, die nach der Saison 2021 im Anhang L des Internationalen Sportkodex festgeschrieben worden war und aus der „motorsport-total.com“ zitiert.

In den Artikeln 4 und 5 heißt es dort: "Kein Rad eines Fahrzeugs darf [...] eine auf die Strecke gemalte Linie überqueren, außer im Fall von höherer Gewalt." Das gilt natürlich auch für die Boxenein- und Ausfahrt.

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Event Notes widersprachen dem Regelbuch

Auf der Strecke heißt das: Entscheidend ist, ob ein Rad des Autos die Linie vollständig überquert und nicht, ob ein Rad die Linie berührt. Perez und Verstappen berührten mit ihren linken Vorderreifen die Linie lediglich, überquerten sie aber nicht, weswegen Ferraris Protest abgewiesen wurde.

Bis Ende 2021 hätten die „Bullen“ nach geltender Straßenverkehrsordnung der FIA bestraft werden müssen. Kurios: Die neuen Regeln hatten sich bis zu Ferraris Protest offenbar nicht einmal bei allen Regelhütern herumgesprochen. In den ersten sieben Rennen gaben die Event Notes der jeweiligen Grands Prix noch die alte Auslegung wieder und widersprachen damit dem aktuellen Reglement.

AlphaTauri-Pilot Yuki Tsunoda ist von Rennleiter Wittichs Klarstellung übrigens nicht überzeugt. „Ich traue der FIA nicht“, sagte der Japaner in Baku. (mar)