Die Ergebnisse des Motoren-Gipfels der Formel 1

"Wir können nicht Benzin-Schnüffler mit schreienden Motoren sein"

Vertreten die Interessen der beiden größten Hersteller: Toto Wolff (Mercedes) und Mattia Binotto (Ferrari).
Vertreten die Interessen der beiden größten Hersteller: Toto Wolff (Mercedes) und Mattia Binotto (Ferrari).
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07. Juli 2021 - 8:23 Uhr

Mehr Elektro soll es sein

Neben der tollen Rennaction war das zweite Formel-1-Wochenende in Spielberg auch ein entscheidendes für die Zukunft der Königsklasse. Die Motorenlieferanten besprachen in Österreich die Eckpunkte für die neue Motorengeneration, die ab 2025 gelten wird. Neben den derzeitigen Herstellern Ferrari, Renault, Honda und Mercedes waren auch potentielle Neueinsteiger mit von der Partie – sogar zwei deutsche Automobil-darunter Schwergewichte.

Audi und Porsche leisten Beitrag

Niemand geringeres als die beiden Branchenriesen Audi und Porsche lauschten stellvertretend für den VW-Konzern bei den Gesprächen mit und brachten ihre Ideen ein. Die FIA zeigte sich erfreut über die Neuankömmlinge: "Sehr positive Diskussionen fanden mit allen aktuellen und den potentiellen Motorenherstellern statt, was die nächste Phase der Power Units in der F1 betrifft. Die Debatten gehen in den kommenden Wochen aber weiter. Sobald es Neuigkeiten gibt, werden diese vermeldet."

Was ändert sich nach aktuellem Stand also an den Triebwerken? Mercedes-Teamchef Toto Wolff gibt einen ersten Ausblick, der bei vielen Motorsport-Enthusiasten nicht gerade Begeisterung hervorrufen wird: "Wir können nicht Benzin-Schnüffler sein mit schreienden Motoren, wenn jeder von uns erwartet, dass wir elektrisch werden. Die neuen Motoren werden natürlich weiterhin einen Verbrennermotor haben. Wir bleiben da beim V6-Konzept, aber die elektrische Komponente soll deutlich vergrößert werden", so der Österreicher.

Neue Motoren (wieder) zu Wucherpreisen?

BAHRAIN, BAHRAIN - MARCH 01:  Adrian Sutil of Germany and Sauber F1 pulls into the pitlane with an engine fire during day three of Formula One Winter Testing at the Bahrain International Circuit on March 1, 2014 in Bahrain, Bahrain.  (Photo by Mark T
Die aktuellen Motoren sind zwar effizient, aber enorm kostspielig und fehleranfällig. Das musste vor allem Honda zu Beginn der der neuen Hybrid-Ära feststellen.
© Getty Images, Bongarts

Geschehen soll die fortschreitende Elektrifizierung laut Wolff aber, ohne mehr Kosten zu verursachen. Einen ähnlichen Plan hatten FIA und die Hersteller vor der Einführung der Hybridmotoren ebenfalls, statt einer Einsparung explodierten die Kosten aber aufgrund er Komplexität der Triebwerke. Bei der seit diesem Jahr bestehenden Budget-Deckelung darf solch eine Fehleinschätzung nicht noch einmal passieren.

Zu Beginn des Jahres war auch eine Hybrid-Variante mit Wasserstoff in der Verlosung, doch die Formel 1 verwarf diese Idee schnell. Wie hoch der Bio-Anteil des Benzins ab 2025 sein soll oder ob die neuen Power-Units sogar mit synthetischen Kraftstoffen laufen, wurde bei der Besprechung noch nicht abschließend gelernt. Feststeht dagegen, dass eine Rückkehr zu den brüllenden Motoren der Vergangenheit nur ein Traum der Fans bleibt. (lde)