Stiftung Warentest: „Für uns ein K. o.-Kriterium“

FFP2-Masken für Kinder geprüft: Deshalb fallen alle durch!

Die Stiftung Warentest kann keine der geprüften FFP2-Masken für Kinder empfehlen.
Die Stiftung Warentest kann keine der geprüften FFP2-Masken für Kinder empfehlen.
© iStockphoto, IRINA SCHMIDT

10. Dezember 2021 - 14:54 Uhr

Enttäuschendes Testergebnis für 15 Kinder-Masken

Von allen Varianten bieten FFP2-Masken für Erwachsene den höchsten Eigenschutz gegen das Coronavirus. Da liegt es nahe, dass viele Eltern sich diesen Schutz auch für ihre Kinder wünschen. Eine aktuelle Untersuchung von Stiftung Warentest liefert allerdings ernüchternde Ergebnisse: Das Magazin hält alle 15 geprüften FFP2-Masken für Kinder für "wenig geeignet". Zu welchem Produkt die Experten stattdessen raten.

Keine offizielle Norm für Kinder-FFP2-Modelle

Die Problematik fängt bereits bei der geltenden Norm für FFP2-Masken an: Sie legt den maximalen Atemwiderstand fest – allerdings stammt sie ursprünglich aus dem Arbeitsschutz und gilt daher nur für Erwachsene. "FFP2-Masken für Kinder" dürften daher eigentlich gar nicht existieren, kein CE-Zeichen tragen und nicht verkauft werden, so Stiftung Warentest. Trotzdem kann man in Onlineshops und teilweise in Apotheken Produkte in bunter, kindgerechter Verpackung kaufen, die genau als solche ausgelobt sind.

So wurde getestet

Im Test konzentrierten sich die Experten auf Schulkinder zwischen sechs und zwölf Jahren. Da diese in der Regel eine weniger kräftige Atmung und nur etwa die Hälfte des Lungenvolumens von Erwachsenen haben, erwartete Stiftung Warentest von den Masken nur einen halb so großen Atemwiderstand, wie er für Erwachsenen-FFP2-Modelle erlaubt ist.

Untersucht wurde das anhand von speziellen, kleineren Prüfköpfen. Außerdem wurden die 15 Kinder-FFP2-Masken mit Erwachsenen, deren Gesichtsmaße denen von acht- bis zwölfjährigen Kindern nahekommen, auf ihre Passform geprüft. Denn Aerosole werden nur dann ausreichend gefiltert, wenn die Masken richtig sitzen.

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Keine FFP2-Maske für Kinder ist tragbar

Die getesteten Masken scheiterten bereits am Atemwiderstand: Er war bei allen zu hoch, das Atmen fällt somit schwer. "Für Kinder wenig geeignet, für uns ein K.o.-Kriterium", so das Fazit von Stiftung Warentest. Bisher sei kaum untersucht worden, wie es sich auswirke, wenn Kinder Masken mit einem so hohen Widerstand wiederholt für längere Zeiträume tragen – zum Beispiel in der Schule. Außerdem dürften viele der Kleinen sie bei so wenig Atemkomfort gar nicht erst korrekt tragen, sodass ungefilterte Luft einströmt.

Im Einklang mit offiziellen Leitlinien rät Stiftung Warentest deshalb dazu, Kinder lieber mit OP-Masken auszustatten. Das empfiehlt auch Pneumologin Dr. Folke Brinkmann: "Kinder bekommen genug Sauerstoff, es kann sie aber mehr anstrengen", erklärt sie. Ein Medizinischer Mund-Nasen-Schutz (MNS) schütze genauso gut wie eine zu lockere FFP2-Maske, sei aber für Kinder einfacher aufzusetzen und habe keinen negativen Effekt auf die Atmung.

Alternative: Diese FFP2-Maske für Erwachsene

In vorangegangenen Tests konnte die Aura 9320+ von 3M* mit einem besonders niedrigen Atemwiderstand bei Erwachsenen glänzen. Stiftung Warentest untersuchte sie deshalb auch auf die Eignung für Kinder und stellte fest: Sie kam als einzige im Test an den halbierten Norm-Grenzwert heran.

Da sie sich auch kleinen Köpfen anpasst, dicht hält und zuverlässig filtert, hält das Stiftung Warentest das Modell zumindest für kurzzeitige Einsätze – etwa in der Bahn – für kindergeeignet. (rka)

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