Feuer in Freizeitpark im Bayrischen Wald Westernstadt Pullmann City brennt lichterloh: 180 Gäste müssen flüchten

„Ich könnte jetzt mal eine Stunde weinen, komplett. Aber das hilft nicht.“
Claus Six, Geschäftsführer der Westernstadt Pullman City ist am Boden zerstört. Am Morgen brennen plötzlich etliche Gebäude in dem Freizeitpark im Bayerischen Wald. „Es sieht aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen“, erklärt Six. Mitarbeiter, die den Brand bemerken, reagieren geistesgegenwärtig und bringen alle Gäste in Sicherheit. Der Sachschaden ist riesig.

Holzhäuser des Freizeitparks Pullman City brennen ab
„Gegen 6 Uhr morgens ist das Feuer von Mitarbeitern festgestellt worden“, sagte eine Polizeisprecherin. „Sie haben versucht, das mit einem Feuerlöscher zu löschen. Das hat aber nicht funktioniert.“ Daraufhin seien die Übernachtungsgäste in Sicherheit gebracht worden.
Stundenlang kämpften Feuerwehrkräfte in Eging am See (Bayern) gegen die Flammen in der sogenannten Main Street, in der mehrere Gebäude in Holzbauweise wie ein Steakhouse, ein Saloon und die Music Hall stehen. Bei Tageslicht standen teils nur noch Gerippe der Häuser, aus den Trümmern quoll dichter Rauch. Die Brandursache ist noch unklar, die Kriminalpolizei Passau ermittelt.
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Freizeitpark wollte am Sonntag kostenfreien Familientag veranstalten
Laut Polizeisprecherin wurde ein Park-Mitarbeiter bei einem Löschversuch leicht an der Schulter verletzt, ein Feuerwehrmann am Bein. Das Feuer sei gegen Mittag unter Kontrolle gewesen. Zum Zeitpunkt des Ausbruchs seien etwa 180 Übernachtungsgäste und 20 Mitarbeiter auf dem Areal gewesen.
Der Park für Cowboy-Fans liegt im Bayerischen Wald. Am Sonntag sollte er eigentlich bei freiem Eintritt für einen Familientag öffnen - mit Wild-West-, Zauber- und Lichter-Shows. Kinder können ein Kleintiergehege besuchen und in der Westernstadt auf die Eisprinzessin, Schneewittchen und Co. treffen. In dem Park arbeiten nach Angaben des Geschäftsführers bis zu 500 feste und freie Mitarbeiter.

Geschäftsführer der Westernstadt will „nach vorne schauen“
Jährlich zieht es Hunderttausende Besucher auf das Areal zwischen Deggendorf und Passau. Pullman City wurde im Frühjahr 1997 eröffnet, Six ist seit der Insolvenz des Parks 2011 Geschäftsführer. „Wir müssen jetzt nach vorne schauen“, sagte Six kurz nach dem Unglück.
Er glaubt, dass der Park mindestens bis März geschlossen bleiben muss. Es solle möglichst viel wieder aufgebaut werden. „Wir fangen morgen mit den Planungen an.“ Vom Park selbst sei nur ein kleiner Teil betroffen, dieser sei allerdings wegen der gastronomischen Versorgung der Gäste wichtig. (jgr, mit dpa)
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