Hausbrand brachte die Ermittlungen ins Rollen

Feuer, Gas, Gift, Auftragskiller: Mann überlebt mehrere Mordanschläge - Ehefrau angeklagt

Einsatzwagen der Polizei bei einem Einsatz in der Innenstadt von Köln, Nordrhein Westfalen, Deutschland *** Foto: Symbolbild
Einsatzwagen der Polizei bei einem Einsatz in der Innenstadt von Köln, Nordrhein Westfalen, Deutschland *** Foto: Symbolbild
© imago images/Ralph Peters, Ralph Peters via www.imago-images.de, www.imago-images.de

27. Mai 2021 - 12:55 Uhr

Finanzielle Schieflage als mögliches Tatmotiv

Die Angeklagte soll ihren Ehemann mit einer benzingetränkten Decke zugedeckt und angezündet haben. Sie soll versucht haben, ihn mit Gift und Gas umzubringen, sogar einen Auftragskiller habe sie engagiert. Doch der Mann überlebte die Mordanschläge. Seine Frau und Mutter zweier gemeinsamer Kinder steht seit heute in Zofingen (Schweiz) vor Gericht.

Wohnhausbrand bringt weitere Straftaten ans Licht

Die Liste an Straftaten, die der 34-Jährigen zur Last gelegt werden, ist nach laut Medienberichten lang. So wirft die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm der Frau mehrfach versuchten Mord, versuchte Anstiftung zum Mord, Brandstiftung, mehrfachen Pfändungsbetrug, mehrfache Urkundenfälschung und Betrug vor. Angeblich soll sie versucht haben, finanzielle Probleme vor ihrem Ehemann zu vertuschen.

Ins Rollen gekommen waren die Ermittlungen, als das Haus der Familie in einer Sommernacht Ende August 2017 in Flammen aufging. Die Frau und ihre beiden Kinder kamen damals unversehrt davon, der damals 36-jährige Mann jedoch musste mit schweren Brandverletzungen per Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden.

Ehemann überlebte mehrere Mordanschläge

Damals sei die Ehefrau schnell als Tatverdächtige in den Fokus der Polizei gerückt. Laut Anklage hatte sie den Brand vorsätzlich gelegt, indem sie eine mit Benzin getränkte Decke über ihrem Mann ausgebreitet und angezündet hatte. Tatsächlich kamen im Zuge der Untersuchungen noch weitere mögliche Straftaten ans Licht. So soll die Angeklagte bereits vor dem Brand versucht haben, ihren Angetrauten mit Gift und Gas im Essen umzubringen. Sogar einen Auftragsmörder habe sie beauftragt, um ihn töten zu lassen.

Aktuell befindet sich die Zweifachmutter nach Aussagen der Staatsanwaltschaft im vorzeitigen Strafvollzug. Verhaftete Personen in U-Haft können in der Schweiz ein Gesuch auf den Antritt eines solchen vorzeitigen Strafvollzugs stellen. Das ist laut Gesetz dann möglich, wenn zum Beispiel aufgrund der Beweislage eine Freiheitsstrafe zu erwarten ist. Bis zu einer Verurteilung gilt jedoch auch hier die Unschuldsvermutung.