Sind die Schulen aufs neue (Corona)-Schuljahr vorbereitet?

Erstmal Ferien - aber was dann?

Mit NRW startete am Wochenende das bevölkerungsreichste Bundesland in die Ferien.
Mit NRW startete am Wochenende das bevölkerungsreichste Bundesland in die Ferien.
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04. Juli 2021 - 12:55 Uhr

Können wir entspannt in die Ferien fahren?

Eins ist klar: Dieses Schuljahr war alles andere als normal. Schüler, Lehrer und auch die Eltern haben sich in diesem Sommer die Ferien redlich verdient. Mit Nordrhein-Westfalen startete am Wochenende das nächste und bevölkerungsreichste Bundesland in die Ferien.

Und auch wenn jetzt für alle erstmal Runterkommen, Abschalten und Erholen auf dem Stundenplan steht – sechs Wochen gehen schnell um, und wie geht es dann weiter? In den Ländern gibt es noch große Unsicherheiten.

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Einschränkungen am Anfang des neuen Schuljahrs

Normalbetrieb? Nun ja, damit kann man wohl auch nach zwei von Corona geprägten Schuljahren nicht wirklich rechnen. Zumindest am Anfang wird es weiter Einschränkungen geben, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in den Kultusministerien der 16 Bundesländer ergab. Zusagen, dass die Schulen dieses Mal dauerhaft geöffnet bleiben, kommen aus keinem Bundesland. Einen Überblick darüber, wie viele Schulen in die vieldiskutierten Raumluftfilter investieren oder investiert haben, gibt es nicht.

Schulschließungen sind nicht ausgeschlossen

Neuwied Rheinland-Pfalz: Erste Corona-Test an Schulen, Carmen-Sylva-Schule Realschule Plus Neuwied-Niederbieber, *** Neuwied Rhineland-Palatinate First Corona Test at schools, Carmen Sylva Schule Realschule Plus Neuwied Niederbieber, Copyright: xJoer
An den zwei Tests pro Woche wollen viele Bundesländer festhalten.
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Nach den Schulschließungen in der ersten Corona-Welle waren sich die Politiker einig: Schließungen? Nicht noch einmal. Es kam dann doch anders. Die Frage, ob im neuen Schuljahr mit durchgehendem Präsenzunterricht zu rechnen ist, beantworten die meisten Kultusministerien nur sehr vorsichtig: Alle planen zunächst mit weitgehendem Normalbetrieb und auch mit Schulaktivitäten, Ausflügen und Klassenfahrten.

Festlegen für den Rest des Schuljahres will sich aber niemand:

RTL NEWS empfiehlt

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  • Präsenzunterricht soll es "zu Beginn des Schuljahres auf jeden Fall" geben (Hessen).
  • Die weitere Entwicklung sei "nicht absehbar" (Bremen).
  • Es gibt Normalbetrieb, "solange die Infektionsentwicklung das zulässt" (Berlin).
  • Die Bildungsministerin hoffe, dass sich "die Infektionslage im neuen Schuljahr so entwickelt, dass Präsenzbetrieb beibehalten werden kann" (Rheinland-Pfalz).
  • Die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) plädiert für einen neuen Ansatz: Sofern das Virus seine Eigenschaften "nicht grundlegend" verändere und der Impfschutz für die Risikogruppen erhalten bleibe, vermittele "der reine Blick auf die Infektionszahlen dann kein vernünftiges Lagebild" mehr, sagte sie.
  • In Sachsen wird das ähnlich gesehen. Der Freistaat hatte schon vor der Bundes-Notbremse angekündigt, Schulen nicht mehr in Abhängigkeit von der Inzidenz zu schließen.

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Masken und Tests

Die Maske dürfte in vielen Ländern nach den Sommerferien weiter zum Schulbild gehören - zum Teil auch im Klassenzimmer. Berlin, Brandenburg, Hamburg, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern oder Niedersachsen planen mit einer Maskenpflicht oder denken darüber nach. Zumindest in den ersten beiden Wochen des Schuljahres soll es sie als Sicherheitsmaßnahme wegen möglicher Ansteckungsgefahren durch Reiserückkehrer geben.

Andere Länder wollen Entscheidungen zu Masken in der Schule erst treffen, wenn das neue Schuljahr näher rückt und die Lage klarer ist (Bayern, Saarland, Hessen, Sachsen-Anhalt). Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will die Situation nach den Ferien beobachten. Bei niedrigen Ansteckungszahlen soll seiner Ansicht nach zumindest im Unterricht keine Maske mehr getragen werden müssen.

An den zwei Tests pro Woche wollen viele Bundesländer festhalten. Brandenburg plant in der ersten Schulwoche sogar drei Tests wegen der Urlaubsrückkehrer. Hamburg bleibt außerdem bei der sogenannten Kohortentrennung - also der Trennung von Gruppen, die sich in der Schule möglichst nicht begegnen sollen.

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Könnten in Deutschland bereits mehr Menschen geschützt sein? Wer trägt die Schuld am Impf-Desaster? Die Bundesregierung? Die EU? Die Hersteller? Oder die Bundesländer? Die Dokumentation geht den Verantwortlichkeiten auf den Grund. Auf TVNOW: "Zwischen Hoffnung und Tod"

Luftfilter als Lösung für den Herbst?

 Physik-Unterricht bei geöffneten Fenstern in einer 8. Klasse am Robert-Havemann-Gymnasium in Karow, Berlin, Deutschland, Europa *** Physics lessons with open windows in an 8 class at Robert Havemann Gymnasium in Karow, Berlin, Germany, Europe Copyri
Physik-Unterricht bei geöffneten Fenstern in einer 8. Klasse am Robert-Havemann-Gymnasium in Karow, Berlin, Deutschland
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Für manche sind Luftfilter die Lösung für einen coronasicheren Schulbetrieb, andere bezweifeln ihre Wirksamkeit. Einen Überblick, wie es in den Schulen damit aussieht, haben die Bundesländer nicht. Verwiesen wird darauf, dass für solche Anschaffungen und Baumaßnahmen die Schulträger, also meistens die Kommunen, selbst zuständig sind und entsprechend selbst investieren oder nicht. Oft liegen deshalb keine Zahlen vor.

Es gibt aber neben Eigeninvestitionen durch die Kommunen auch Förderprogramme in den Ländern, die von den Trägern angezapft werden können. Über ein solches Programm wurden in Bayern Anträge für Filteranlagen für 14.000 Räume in Schulen gestellt und rund 37 Millionen Euro Fördergelder ausgegeben. In Nordrhein-Westfalen wurden aus einem 50-Millionen-Euro-Programm bisher Fördergelder in Höhe von knapp 20 Millionen Euro beantragt.

Berlin hat nach eigenen Angaben die Anschaffung von rund 8.000 mobilen Luftfiltern mit 14,6 Millionen Euro gefördert. In Hessen gibt es einen Fördertopf mit 75 Millionen, in Mecklenburg-Vorpommern können Gelder aus einem 100-Millionen-Euro-Schulsanierungsprogramm auch für Luftfilter beantragt werden. In Thüringen haben Schulträger bis jetzt gut 3,6 Millionen Euro aus einem entsprechenden Schulsanierungsprogramm abgerufen.

Viele Länder setzen vor allem weiter auf das Lüften über die Fenster und verweisen auf die Empfehlungen des Umweltbundesamtes, wonach zumindest mobile Luftfilter nur eine Ergänzung zum aktiven Lüften sein könnten. "Das ist nicht das Ei des Kolumbus", hatte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) gesagt. Mobile Geräte seien zu laut und große Umbaumaßnahmen auch nicht die Lösung.

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Experten für Wärmetauschanlagen

Langfristig sprechen sich die Experten des Umweltbundesamtes übrigens dafür aus, Schulen mit Wärmetauschanlagen auszustatten. Bei solchen Lüftungsanlagen wird Frischluft von außen angesaugt und gleichzeitig durch die nach außen strömende Abluft erwärmt. Das sei die nachhaltigste Lösung für den Abtransport von Viren, verbrauchter Luft und Feuchte. In Neubauten ist das mit einer zentralen Lüftungsanlage am einfachsten umzusetzen, in bestehenden Schulgebäuden wären aufwendige Umbauten nötig. (dpa/eku)