Deutsche Imker sind in Sorge - auch wegen Klimawandel

Faulbrut rottet ganze Bienen-Völker aus: US lässt weltweit ersten Insekten-Impfstoff zu

2021 war auch für die Bienen in Deutschland ein schreckliches Jahr. Parasiten, Fungizide, Monokulturen und der Klimawandel verursachten das Sterben vieler Honigbienen in Deutschland.
2021 war auch für die Bienen in Deutschland ein schreckliches Jahr. Parasiten, Fungizide, Monokulturen und der Klimawandel verursachten das Sterben vieler Honigbienen in Deutschland.
Antonio Pisacreta, picture alliance, ROPI

Geht es den Bienen gut, geht aus auch dem Menschen gut – das ist zwar grob verkürzt, trifft aber vor allem im Hinblick auf Ernährungssicherheit zu. Doch den Bienen geht es teils sehr schlecht, auch wegen einer bakteriellen Bedrohung, die zur sogenannte Faulbrut führt. In den USA ist dagegen nun der erste Insektenimpfstoff zugelassen worden. Die Imker in Deutschland haben aber noch ganz andere Sorgen.

Befallene Larven entwickeln sich zu tödlichem Sporenherd

Die durch Bakterien ausgelöste Amerikanische Faulbrut richtet in den USA in Bienenstöcken regelmäßig große Schäden an. Durch Sporen werden die Erreger von den Bienen-Arbeiterinnen bei der Fütterung an die Larven im Bienenstock weitergegeben - und das endet für den Nachwuchs oft tödlich. Das Fatale ist, dass sich die tote Larve zu einem Sporenherd entwickelt und somit den ganzen Bienenstock infiziert. Seit Jahren ist die Faulbrut-Seuche außer Kontrolle und wird zur wachsenden Gefahr für Bienenvölker.

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Weltweit erster zugelassener Impfstoff für Bienen

Um die Faulbrut zu bekämpfen, ist in den USA jetzt erstmals ein Impfstoff für Bienen zugelassen worden. Das Präparat solle Honigbienen gegen die weltweit auftretende Krankheit schützen, teilte der Hersteller Dalan Animal Health mit. Dem Hersteller zufolge handelt es sich um den weltweit ersten zugelassenen Impfstoff für Bienen. Verabreicht wird er mit dem Futtersaft für die Tiere.

Das US-Landwirtschaftsministerium bestätigte die Zulassung. Es handele sich dabei auch um die erste für ein Insekt in den USA. "Wir hoffen, dass die Verfügbarkeit dieses Produkts bei der Vorbeugung und/oder der Behandlung der Krankheit Amerikanische Faulbrut bei Honigbienen hilft, angesichts von deren zentraler Rolle bei der amerikanischen Landwirtschaft in Hinblick auf Bestäubung", hieß es von dem Ministerium.

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Deutsche Imker ebenfalls in Sorge - auch wegen milder Temperaturen

Auch in Deutschland gibt es regelmäßige Meldungen über einen Befall mit der Insektenseuche. Im Frühjahr des Jahres 2021 mussten in Brandenburg deswegen ganze Völker ausgerottet werden. Für den Menschen ist der Erreger nicht gefährlich.

Zurzeit sind die Imker im Südwesten Deutschlands aber wegen einer anderen Sache besorgt: Angesichts der ungewöhnlich hohen Temperaturen gingen sie jetzt jedoch schon verstärkt in die Brut und flögen aus, berichtet der Vorsitzende des Imkerverbandes Rheinland-Pfalz, Thomas Hock, der Deutschen Presse-Agentur. Aktuell gebe es jedoch kaum Pollen oder Nektar. Für die Imker bedeutet das viel Arbeit, sagte er. Wenn man jetzt schläft, kann es passieren, dass die Völker verhungern. (dpa/ija)