Mit Pizza und Burgern abnehmen

Was kann die Fast-Food-Diät?

Frau beißt genüsslich in einen Burger.
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13. Februar 2021 - 13:11 Uhr

Abnehmen mit Fast Food: Geht das?

Allein der Begriff "Fast-Food-Diät" klingt nach einem Widerspruch in sich. Doch genau damit hat Harald Sükar nach eigener Aussage knapp zehn Kilogramm in nur sechs Wochen abgenommen. Gegessen hat er in dieser Zeit nichts anderes als Burger, Pommes und Co. In seinem Buch "Fast-Food-Diät"* 🛒 beschreibt er, wie er es mit den richtigen Zutaten geschafft hat und liefert jede Menge Rezepte zum Nachkochen.

Sükars Slogan lautet "Minimize me" - mit Fast Food

Erinnern Sie sich noch an "Super Size Me"? Für seinen Dokumentarfilm aus dem Jahr 2004 ernährte sich Morgan Spurlock 30 Tage lang ausschließlich von Mahlzeiten der Fast-Food-Kette McDonalds. Währenddessen ließ er sich ärztlich begleiten. Das Ergebnis: Nach einem Monat hatte er elf Kilogramm zugenommen, litt an depressiven Verstimmungen und seine Cholesterinwerte waren krankhaft erhöht. Spurlock brauchte anschließend 14 Monate, um die angefutterten Kilos wieder loszuwerden.

Dass es auch anders geht, beweist nun Harald Sükar. Auch er ernährte sich eine begrenzte Zeit lang – nämlich 40 Tage – ausschließlich von Fast Food. Doch im Gegensatz zu Spurlock schrieb sich Sükar "Minimize me" als Ziel auf die Fahnen.

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"Ich wollte einen 40-Tage-Selbstversuch machen, in dem ich zeigte, dass fit, schlank und gesund mit Fast Food tatsächlich funktionierte, und zwar mit richtig Leckerem. Mit Pommes, Saucen, Pizza, Burger, coolen Drinks und allem Drum und Dran. Und zwar mit so viel davon, dass ich kein einziges Mal hungern musste." Aber damit nicht genug: Gesund sollte es auch sein. "Ich wollte Fast Food essen, dass sich nicht bloß die Etiketten bio oder vegan verdiente, das also der Umwelt und den Tieren gut tat, sondern auch meinen Fitness-, Labor- und Stimmungswerten, und das sexy war und Spaß machte."

Parallel zur steilen Karriere in einer Fast-Food-Ketter stieg auch Sükars Gewicht

Zuvor war Sükar 13 Jahre lang Chef von McDonald's Österreich. Parallel zur Dauer der Betriebszugehörigkeit stieg auch sein Gewicht. "Ich war bei McDonald's fast schon so etwas wie ein Fast-Food-Heavy-User geworden und geblieben." Als er schließlich seinen Job wechselte, wog er 96 Kilogramm und "war bei weitem keine 2,30 Meter groß, die das gerechtfertigt hätten", wie er selbst schreibt. So hätten sein Leben am Schreibtisch, im Auto und in McDonald's-Restaurants Spuren hinterlassen. "Ich hatte mich als McDonald's-Manager gewissermaßen auch selbst geprägt. Da ein Hamburger, dort einige Pommes oder Chicken McNuggets", so Sükar weiter. "Ich wusste, dass ich etwas ändern musste. Ich wollte nicht noch mehr in die Breite gehen und beim Stiegensteigen irgendwann nach zehn Stufen außer Atem sein".

Doch er erkannte schnell, dass das Vorhaben "ich nehme ab" leichter gesagt als getan ist. "Nichts ließ mich Burger, Pommes und Co. vergessen", erzählt Sükar nach den ersten erfolglosen Diätversuchen. Das brachte ihn auf die Idee, aus der Not gewissermaßen eine Tugend zu machen.

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Das macht herkömmliches Fast Food so ungesund

So begann er, sich nach gesunden Alternativen zum klassischen Fast Food umzusehen. Bereits 2015 hat er sich in seinem Buch "Die Fast-Food-Falle" kritisch damit auseinandergesetzt, welche Auswirkungen der hohe Gehalt an Salz, Zucker und Fett in industriell hergestelltem Fast Food auf unseren Körper hat. Und ist zu dem Schluss gekommen, dass die "Nährstoffe", die dieses Fast Food liefert, im besten Fall wertlos, im schlimmsten Fall schädlich für unseren Körper sind.

"Fett bedeutet nicht immer gleich Hüftspeck. Es gibt gesunde Fette, die wichtig für unsere Energieversorgung sind. Dabei handelt es sich um ungesättigte Fettsäuren, die vor allem in Lebensmitteln wie Avocados, Erdnüssen und Olivenöl vorkommen", so Süker. Die Fast-Food-Industrie bediene sich allerdings der ungesunden Variante und setze gesättigte Fettsäuren ein – "auch in ihrem liebsten Küchengerät, der Fritteuse".

Mit diesem Wissen im Kopf hat sich Süker der Aufgabe gestellt, zu allen herkömmlichen Zutaten eines Burgers, aber auch von Pizza und Pommes, gesunde Alternativen zu finden oder selbst herzustellen. Angefangen von Soßen wie Ketchup über Burger-Brötchen und Pizza-Teig bis hin zu den Fleisch-Pattys.

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Die Regeln der Fast-Food-Diät im Überblick

Nachdem er sich einem ärztlichen Check-up unterzogen hatte, ging es los: "Erlaubt war ausschließlich mein selbst entwickeltes beziehungsweise ausgewähltes Fast Food. Dazu zählten meine Burger, meine Pizzen und mein Kebab, kombiniert mit meinen selbstgemachten Süßkartoffelpommes."

Die Regeln:

  • Dauer: 40 Tage
  • Mahlzeiten: Täglich drei
  • Rhythmus: Frühstück, Mittag- und Abendessen – mit je mindestens vier Stunden Pause dazwischen. Keine Mahlzeiten nach 17 Uhr.
  • Größe der Mahlzeiten: So groß wie immer. Genug, um angenehm satt zu sein.
  • Zutaten für Burger: Pulver- oder Fleisch-Pilze-Patties und Low-Carb-Brötchen.
  • Zutaten für Pizza: Low-Carb-Pizzaboden, Belag nach Möglichkeit pflanzlich (Spinat, Artischocken, Tomaten, Oliven …) sowie gemäß der Tabelle für den Glykämischen Index.
  • Käse: Zucker- und kohlenhydratarmer veganer Käse beziehungsweise gesunde Käsesorten wie Hüttenkäse, Mozzarella oder Parmesan.
  • Öl: Natives extra virgin Olivenöl
  • Pommes: Süßkartoffel-Pommes mit durch Abkühlen resistent gemachter Stärke.
  • Getränke: Rund dreißig Minuten vor jeder Mahlzeit 0,3 Liter Leitungswasser. Softdrinks mit ausschließlich Mineralwasser und Frucht, notfalls auch mit Stevia- oder mit Birkenzucker gesüßte, sowie Tee und Kaffee. Am Vormittag Grüntee, am Nachmittag Kräutertee.
  • Bewegung: Mindestens 10.000 Schritte täglich, möglichst viele davon in Form von Laufschritten und möglichst viele in freier Natur. Stehe zum Schloggen (Mix aus schleichen und joggen, Anm. d. Red.)!

Das Ergebnis: Knapp zehn Kilogramm weniger Gewicht, verbesserte Blutdruck- und Cholesterinwerte nach 40 Tagen!

Unter anderem mit diesen Rezepten hat es geklappt!

Avocado-Rucola-Burger

Zutaten Burger:

  • Eiweißbrot
  • Fleisch (vegan, hybrid oder echt)
  • Guacamole
  • Rucola
  • Avocado
  • Zwiebeln

Zutaten Guacamole:

  • Avocado
  • Limette
  • Zwiebel
  • Knoblauch
  • Tomate
  • Joghurt fett (10 Prozent)
  • Salz
  • Pfeffer
  • Chilipulver
  • Petersilie

Zubereitung Guacamole:

  1. Zwiebel und Knoblauch schälen, zerkleinern und mörsern. Eine Prise Chilipulver dazugeben. Für mehr Schärfe eine zerkleinerte Chilischote dazugeben.
  2. Reife Avocado schälen. Kern entfernen. In einer Schale mit einem Löffel zu einem Brei drücken. Die gemörserte Zwiebel und den Knoblauch dazumischen.
  3. Frischen Limettensaft dazumischen.
  4. Einen Esslöffel fetten Joghurt und eine gehackte Tomate unterheben und verrühren.
  5. Fein gehackte Petersilie untermischen.
  6. 6. Mit Salz und Pfeffer abstimmen.

Zubereitung Burger:

  1. Das Eiweißbrotunterteil dick mit Guacamole bestreichen. Das Fleisch daraufgeben.
  2. Feine Avocadostreifen auf das Fleisch geben und mit Rucola bedecken.
  3. Abschließen mit etwas roter Zwiebel.
  4. Eiweißbrotdeckel daraufgeben. Wenn die Guacamole gut gewürzt wurde, ist kein zusätzliches Salz nötig.


Low-Carb-Kebab-Brot

Zutaten:

  • 40 g Mandelmehl
  • 1 TL Leinsamen
  • 1 TL Sonnenblumenkerne
  • 1 EL Flohsamenschalen
  • 50 g Frischkäse
  • ¼ TL Backpulver
  • 1 Ei
  • ½ TL Olivenöl
  • 1 Prise Salz

Zubereitung:

  1. Backblech mit Backpapier bereitstellen. Backofen mit Umluft auf 200 Grad vorheizen.
  2. Alle Zutaten in einer großen Schale vermischen, bis eine gleichmäßige Teigmasse entsteht. Alles mindestens zehn Minuten lang ziehen lassen.
  3. Etwas normales Mehl auf den Handflächen verteilen, damit sich der Teig gut formen lässt.
  4. Das Brot in die gewünschte Form bringen und darauf achten, dass es an jeder Stelle mindestens zwei Zentimeter dick ist. Der Teig geht kaum auf und muss sich später zur Befüllung noch aufschneiden lassen.
  5. Zwölf Minuten lang backen und anschließend vorsichtig wenden. Weitere zwölf Minuten backen. Nach Bräunungsgrad und Gefühl noch ein paar Minuten draufgeben. Dann aus dem Ofen nehmen und fünf Minuten lang abkühlen lassen.

Und wie ordnet die Ernährungsexpertin die Fast-Food-Diät ein?

"Wer abnehmen will, muss mehr Kalorien verbrennen als er aufnimmt", erklärt Ernährungsexpertin Nora Rieder. Dabei sei es unerheblich, ob man seinem Körper von vornherein weniger Energie zuführe oder einfach die Bewegung erhöhe. "Zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung gehören viele Vollkornprodukte, viel frisches Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte. Diese enthalten reichlich Ballaststoffe, die langanhaltend satt machen. Außerdem sollten Sie mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser am Tag trinken." Pro Woche sollten maximal 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurst auf dem Teller landen. "Ersetzen Sie Fleisch öfter mal durch fetten Fisch wie Lachs, Hering oder Makrele. Dieser liefert statt den ungesunden gesättigten Fettsäuren wertvolle Omega-3-Fettsäuren, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Entzündungen im Körper vorbeugen", empfiehlt die Expertin. Außerdem sollte so oft wie möglich frisch gekocht und auf Fertiggerichte verzichtet werden. "Fertiggerichte enthalten häufig viel Zucker, Fett und Salz, vor allem aber auch viele Kalorien."

"Grundsätzlich hat Harald Sükar sehr viel richtig gemacht", so Rieder weiter. "Wer abnehmen will, sollte Essenspausen von mindestens vier Stunden zwischen den Mahlzeiten einhalten und auf Zwischensnacks verzichten. Dabei darf und soll man sich an den gesunden Mahlzeiten ruhig richtig satt essen", erklärt Rieder. So beuge man Blutzuckerschwankungen und Heißhungerattacken vor.

Ob man jedoch zu gesundem (!) Fast Food greife oder aber zu vollwertigen Gerichten mit viel frischem Gemüse, Salat, Vollkornreis oder -nudeln, fettem Fisch und gesunden Fetten wie Rapsöl, Leinöl oder Walnussöl, sei unerheblich. "Wichtig ist, dass wir uns gesund und ausgewogen ernähren und die Kalorienbilanz stimmt." Und wenn man sich darüber hinaus auch noch ausreichend bewege, sei eine Gewichtsabnahme laut der Expertin quasi unvermeidlich.

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