26. April 2019 - 16:55 Uhr

Niederländerin bot sich als Übersetzerin an

Ein Deutscher soll in einer Höhle auf Teneriffa seine Frau und einen seiner Söhne brutal totgeprügelt haben. Sein jüngerer Sohn überlebte das Familiendrama, weil er in den Wald rannte, als der Vater die Mutter attackierte. Eine Anwohnerin fand das verängstigte Kind weinend auf der Straße. Die Polizei kam zufällig zu Nachbarin Annelies und fragte, ob sie das Kind schon einmal gesehen hätte. Die Niederländerin bot sich als Übersetzerin an, weil der Junge nur deutsch sprach. Darum war sie die Erste, die hörte, was passiert war.

Vater behauptete, in der Höhle seien Ostergeschenke versteckt

Mutter stirbt auf Teneriffa
Die Mutter des Jungen kam bei dem Familiendrama auf Teneriffa ums Leben. (Foto: Facebook)

Annelies half und übersetze für die Polizei die Geschichte des Jungen. "Sie sind von Adeje aus hoch in die Berge gelaufen und dann hat der Papa sie in die Höhle gelockt", berichtet die Niederländerin im RTL-Interview. Der Vater behauptete, Ostergeschenke in die Höhle gelegt zu haben, dann schlug er plötzlich auf die Mutter ein. Im Video erzählt sie, was der Junge noch durchmachen musste.

"Für mich ist er ein Held", sagt Annelies. Sie bot sich spontan an, das Kind bei sich aufzunehmen, bis seine Verwandten ihn abholen kommen. "Bei mir war er die ganze Zeit ziemlich ruhig", erzählt sie. Die ersten 24 Stunden verbrachte sie zusammen mit dem Jungen und versuchte, ihm den Tag so schön wie möglich zu machen. Er habe mit ihrem Enkel gespielt und sie seien zusammen ins Einkaufszentrum gefahren.

Annelies kümmert sich auch weiterhin um den Jungen

Inzwischen wurde der Junge in einem Heim untergebracht, wo er bleiben soll, bis seine Familie auf Teneriffa eintrifft. Doch Annelies kümmert sich immer noch so gut es geht um ihn. Die Niederländerin darf ihn besuchen und Zeit mit ihm verbringen. "Sie ist die ganze Zeit bei dem Jungen. Das Kind will sich nicht von ihr trennen", erzählt auch der Bürgermeister von Adeje, Jose Miguel Rodriguez Fraga, im RTL-Interview.

Die Familie besuchte den Vater, der dauerhaft auf Teneriffa wohne regelmäßig. Doch der Urlaub wurde für den Jungen zu einem Albtraum. Montags war er mit seiner Mutter und seinem Bruder auf der Insel angekommen. Dienstags lockte der Vater die Familie in die Falle. Das Kind überlebte nur, weil es panisch wegrannte, als der Vater anfing, auf die Mutter einzuschlagen. Die Frau wollte sich scheiden lassen, erfuhr Annelies von dem Jungen.

"Der Junge hat gesagt: Die Mutti die hat keine Zähne mehr im Mund", erzählte Annelies im RTL-Interview. "Voll mit Blut." Dann wandte sich der Vater dem älteren Bruder zu. Der Kleine warf in seiner Verzweiflung noch einen Stein nach dem Vater und rannte los. Etwa fünf Kilometer weiter entdeckte ihn dann eine Anwohnerin. "Das ist wahrscheinlich seine Rettung gewesen, denn wenn der Papi ihn geschnappt hätte, wäre er auch tot gewesen", glaubt Annelies.