Leben in der Notunterkunft

Familien ohne Wohnung: Fast 20.000 Kinder betroffen

22. Januar 2020 - 11:26 Uhr

Wenn Familien mit Kindern obdachlos werden

Beim Thema Obdachlosigkeit denken wir schnell an einsame Menschen in U-Bahn Eingängen oder unter Brücken. Doch tatsächlich betrifft Obdachlosigkeit immer mehr Familien mit Kindern. In Deutschland gab es 2018 fast 680.000 wohnungslose Menschen. Das Tragische: Aktuelle Zahlen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe belegen: Knapp 20.000 Kinder und ihre Familien sind wohnunglos. Normale Unterkünfte für Obdachlose kommen oftmals nicht in Frage.

Auch Alex und seine Familie haben kein Zuhause. Im Video erzählt er, wie es sich anfühlt, in einer Notunterkunft zu leben.

Für obdachlose Familien gibt es jetzt Hilfe

Um genau diesen Familien zu helfen, gibt es seit Mai 2019 in Berlin eine Notübernachtung für wohnungslose Familien. Eingerichtet wurde die Unterkunft vom Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerk (EJF). Dort können Familien mit Kindern, die ohne Wohnung sind, zur Ruhe kommen und kriegen Unterstützung. Dabei steht das Kindeswohl im Vordergrund, denn die Kinder sollen bei ihren Familien bleiben und die komplette Familie dann im besten Fall in eine eigene Wohnung oder Folgeeinrichtungen, wie Mütter-Kind Heime umziehen können.

In der Regel bleiben Familien bis zu drei Wochen, ehe sie beispielsweise in eine eigene Wohnung ziehen können. Vor Ort werden Eltern von Sozialpädagogen unterstützt, denn für die Kinder ist es oft ein traumatisches Erlebnis ihr Zuhause zu verlieren.

"Familien brauchen besondere Betreuung und Unterstützung"

Seit der Eröffnung wurden knapp 100 Familien aufgenommen mit 180 Kindern, die zwischen wenigen Monaten und 14 Jahre alt waren. Die Berliner Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) fördert das Projekt und freut sich über die Möglichkeiten für Familien: "Familien geraten häufig in Konfliktsituationen, wenn sie dem großen Druck auf dem Wohnungsmarkt ausgesetzt sind. Familien mit Kindern brauchen dann schnelle Hilfe bei Wohnungslosigkeit sowie besondere Betreuung und Unterstützung."