Vor fünf Jahren verschwand Familie Schulze aus Drage

Ältere Tochter glaubt, dass der Stiefvater ihre Mutter Sylvia und ihre Schwester Miriam umgebracht hat

23. Juli 2020 - 10:20 Uhr

Sabine Zunker geht davon aus, dass ihre Mutter und Schwester tot sind

Es ist einer der rätselhaftesten Kriminalfälle Deutschlands, das ungeklärte Schicksal der Familie Schulze aus dem Örtchen Drage in Niedersachsen. Bis heute gibt es keine Spur von der vor fünf Jahren verschwundenen Mutter Sylvia Schulze (damals 43) und ihrer Tochter Miriam (12). Der damals 41-jährige Marco Schulze wurde eine Woche nach dem Verschwinden tot aus der Elbe geborgen. Sabine Zunker, Sylvias ältere Tochter, glaubt nicht, dass Sylvia und Miriam noch leben. "Ich geh davon aus, dass meine Mama sich trennen wollte und dass er das nicht akzeptieren wollte", sagt sie. Mehr dazu – in unserem Video!

Sie hofft, dass die beiden gefunden werden

Familie Schulze
Die diesen Fotos suchte die Polizei vor fünf Jahren nach den Vermissten.

"Sie würde mir das als Tochter nicht antun, mich seit fünf Jahren im Ungewissen zu lassen", sagt die 29-Jährige. Sie hofft noch immer, dass die beiden gefunden werden. Damit sie einen Ort hat, an dem sie sich verabschieden kann.

Wie Sabine Zunker geht auch die Polizei davon aus, dass Marco Schulze seine Frau und seine Tochter ermordet hat, ehe er sich selbst umbrachte. Offiziell sind die Akten zu dem Fall noch nicht geschlossen, doch ermittelt wird schon lange nicht mehr.

2015 zog die Feuerwehr ihren Stiefvater tot aus der Elbe

Die dreiköpfige Familie war im Sommer 2015 zu Beginn der großen Ferien in Niedersachsen verschwunden. Sabine lebte zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr bei ihnen.

Stiefvater hatte einen Betonklotz am Bein

Ein Fahrzeug der Feuerwehr steht am 31.07.2015 bei Hohnstorf/Elbe (Niedersachsen) auf einer Brücke, die über die Elbe nach Lauenburg (Schleswig-Holstein) führt. Im Fall der verschwundenen Familie aus Drage (Niedersachsen) prüft die Polizei einen Zusa
31. Juli 2015: In der Elbe in Lauenburg wird eine männliche Leiche gefunden. Es ist Marco Schulze.
© picture alliance / dpa, Philipp Schulze, phs kde

Am Abend des 22. Juli wurde der 41 Jahre alte Familienvater noch einmal lebend gesehen. Wenige Tage später zog die Feuerwehr ihn bei Lauenburg mit einem Betonklotz am Körper ertrunken aus der Elbe, die Behörden gehen von Suizid aus.

Seine damals zwölf Jahre alte Tochter und ihre 43-jährige Mutter sind bis heute verschwunden.