Facebook, Instagram & Co.: Was darf ich von anderen posten?

20. März 2018 - 18:14 Uhr

Urheber- und Persönlichkeitsrechte in sozialen Netzwerken

Posten, Liken, Teilen - in den sozialen Netzwerken werden Fotos, Texte und Videos hochgeladen und geteilt, was das Zeug hält. Rechtliche Fragen spielen dabei meisten nur eine Nebenrolle. Klar, wenn ich nur Fotos von mir und nur eigene Inhalte verbreite, sollte nichts passieren. Aber was ist, wenn andere involviert sind? Ganz schnell können da Urheber- und Persönlichkeitsrechte verletzt werden.

Das sollte nicht gepostet werden

Das Nutzen von sozialen Netzwerken ist heutzutage selbstverständlich. Über rechtliche Konsequenzen macht sich dabei kaum jemand Gedanken. Doch das Verbreiten von Inhalten sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn es gibt juristisch einiges zu beachten.

Wenn wir bei Facebook, Instagram und Co. munter posten, müssen wir aufpassen, dass wir die Rechte anderer Menschen nicht verletzen. Dazu zählt beispielsweise das Urheberrecht. Wir verletzten dieses Recht, wenn wir Inhalte von anderen, wie beispielweise Texte, einfach bei Facebook einstellen. Nur mit Erlaubnis dürfen fremde Inhalte von uns gepostet werden.

Besondere Vorsicht bei Fotos

Netzwerke wie Instagram leben von schönen Fotos. Doch hier gilt besondere Vorsicht. Fotos, die man nicht selbst geschossen hat, dürfen nicht gepostet werden. Das wäre eine Urheberrechtsverletzung - außer, der Urheber hat sein Einverständnis abgegeben.

Aber auch eigene Fotos dürfen nicht immer einfach gepostet werden. Wenn ihr beispielsweise ein Selfie mit eurer Freundin macht und das Bild einfach ohne ihre Erlaubnis online stellt, dann könnte euch richtig Ärger blühen. Wenn Bilder mit anderen abgebildeten Personen drauf gepostet werden - ohne Zustimmung -, dann verletzt ihr die Persönlichkeitsrechte dieser Person. Denn jeder hat das 'Recht am eigenen Bild' und darf selbst entscheiden, wem das Bild zugänglich gemacht werden darf.

Ausnahmen gibt es jedoch auch: selbst geschossene Bilder von Politikern oder Stars dürfen gepostet werden. Auch Fotos von riesigen Menschenansammlungen, wie bei einem Konzert oder Demonstrationen sind erlaubt.

Weiterhin ist auch das Veröffentlichen von privaten Nachrichten verboten. Auch hier wird die Privatsphäre einer anderen Person verletzt und das kann im schlimmsten Fall vor Gericht enden.

Was als Opfer tun?

Wenn beispielweise das eigene Bild bei Facebook auftaucht und das absolut unerwünscht ist, dann ist der erste Schritt: um Löschung des Bildes bitten. Dabei am besten direkt eine Frist mit angeben. Eine andere Möglichkeit ist, den Dienstanbieter zu kontaktieren und den Rechtsverstoß melden. Dann muss der Anbieter das Foto löschen. In schlimmen Fällen oder wenn niemand auf die Forderungen eingeht, sollte ein Anwalt eingeschaltet werden.

Worauf beim Posten noch geachtet werden muss, erklärt Rechtsexpertin Anja Hanisch im Video.