Umfrage zeigt erschreckende ErgebnisseAusbilder sind alarmiert! Unsere Azubis werden immer schlechter

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Azubi Lennart Kunze ist in seinem Betrieb gut angekommen.
RTL Nord

Immer mehr Betriebe in Niedersachsen schlagen Alarm!
Auszubildende bringen immer seltener die nötigen Grundlagen in Lesen, Schreiben, Rechnen und im Sozialverhalten mit. In einer aktuellen Umfrage von Niedersachsen Metall geben fast 78 Prozent der Unternehmen an, ihre Azubis im Betrieb nachschulen zu müssen. Viele sehen den Grund dafür in einer vermeintlichen Lieblingsbeschäftigung von Jugendlichen.

Auszubildener bekommt Unterstützung

Lennart Kunze ist im dritten Lehrjahr, macht seine Ausbildung als Mechatroniker bei einem Magnetventil-Hersteller in Hannover. Sein Betrieb unterstützt ihn, wenn er Hilfe braucht, erzählt er im Gespräch mit RTL. Doch gerade der Umstieg von Schule zu Ausbildung sei für ihn hart gewesen.

„In der Berufsschule gibt es Leute, die mit Abitur reinkommen, manche nach der zehnten Klasse, manche sind 16, manche sind 25 und die müssen ja alle auf eine Höhe kommen und das ist sehr schwer”, erklärt er. Deshalb bekommt Lennart Unterstützung über das Arbeitsamt: Einmal pro Woche geht er zur Nachhilfe, wo er selbst entscheiden kann, was er lernen möchte, egal ob Elektro, Metall oder Theorie, der Nachhilfelehrer gehe individuell auf seine Fragen ein.

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Viele Bewerber scheitern an den Basics

Auch Ausbilder Olaf Sixt beobachtet, wie unterschiedlich vorbereitet Bewerber sind: „Generell haben wir genug Bewerber. Nur leider ist die Qualität der Bewerbung in den meisten Fällen so schlecht, dass es gar nicht dazu kommt“, erklärt er im Gespräch mit RTL. Viele brächten nicht einmal die nötigen Grundlagen mit: „Die Sprache ist nicht mehr das, was ich von vor 20 Jahren kenne. Und die Naturwissenschaften leiden auch stark“.

Genau das bestätigt auch eine Umfrage von Niedersachsen Metall, bei der 320 Unternehmen teilnahmen. Viele Unternehmen sagen, sie müssten ihre Azubis in grundlegenden Kompetenzen nachschulen: von fachlichen Grundlagen bis hin zu Disziplin, Motivation und Teamfähigkeit. Die Hälfte der befragten Unternehmen sagt, sie konnten Ausbildungsstellen sogar nicht besetzen, obwohl sie aktiv nach Nachwuchs gesucht haben.

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Ist Social Media Schuld?

Für Volker Schmidt, Geschäftsführer von Niedersachsen Metall, ist diese Entwicklung alarmierend. Er macht vor allem soziale Medien dafür verantwortlich: „Wir stellen fest, dass im Zuge von dem verstärkten Gebrauch von Social Media, von zum Beispiel Tiktok, wo Jugendliche stundenlang daddeln, weg sind, die Konzentrationsfähigkeit nachlässt, dass schlussendlich Lesen, Schreiben, Rechnen, fundamentale Fähigkeiten auf der Strecke bleiben.” Deshalb fordert er ein Handyverbot an Grundschulen und will, dass Social Media-Plattformen für unter 16‑Jährige nicht mehr zugänglich sind.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche