"Hinter jedem Video steckt ein Opfer"

So schnell kann sich Kinderpornografie verbreiten

19. August 2021 - 18:24 Uhr

Oft werden Minderjährige selbst zu Tätern

Das Internet vergisst bekanntermaßen nicht: Einmal im Netz ist es nahezu unmöglich, intime Fotografien oder Videos wieder loszuwerden. Gerade für Minderjährige kann das extreme Folgen haben. Im Main-Taunus-Kreis haben nun zwei Schüler im Alter von 14 und 16 Jahren einen Sexfilm eines Jugendlichen besessen und weitergeleitet – und sich damit strafbar gemacht.

Psychotherapeutin: „Gefallen für Freunde bergen besondere Gefahren"

Die Tatsache, dass nahezu alle Jugendlichen ein internetfähiges Smartphone besitzen, hat im Alltag viele Vorteile. Wenn es nach der Frankfurter Psychotherapeutin Ariadne Sartorius geht, schicken Minderjährige freizügiges Bildmaterial herum, ohne sich der Tragweite dessen bewusst zu sein: "Häufig steckt dahinter die Bitte von einem guten Freund oder einer guten Freundin, dem Partner oder dem Partner: ,Schick mir doch mal so ein Video oder Foto.´ Und man möchte ungern so jemanden eine Bitte abschlagen", erzählt sie uns im RTL-Interview.

Polizei: Hinter jedem Video steckt ein Missbrauchsopfer

Johannes Bittner, Cybercrime-Experte
Laut Johannes Bittner von der Polizei mache man sich auch dann strafbar, wenn man ungewollt Kinderpornografie empfängt.
© rtl.de

Laut Johannes Bittner, dem Cybercrime-Berater der Polizei, macht man sich auch dann strafbar, wenn man ungewollt ein kinderpornographisches Bild empfängt. Deshalb sollte man sich in jedem Falle – sofern man von so etwas mitbekommt – sich umgehend bei der Polizei melden. "Denn hinter jedem Bild - hinter jedem Video steckt ein Missbrauchsopfer. Und jedes dieser Opfer hat auch Schutz verdient", sagt Bittner. (kmü)