Google und Apps vermeiden!

Expertentipps: Darauf sollten Sie beim Pilzesammeln achten

28. September 2021 - 10:50 Uhr

Pilzesammeln kann für Laien gefährlich werden

Dauerregen und zwischendurch ein paar Tage, an denen es wieder wärmer wird: perfekte Voraussetzungen für Pilzesammler. Denn bei dem Wetter sprießen die Pilze in unseren Wäldern um die Wette. Das Sammeln kann für Laien, die nicht sofort die essbaren Sorten erkennen, jedoch ganz schön gefährlich werden. Worauf Sie bei der Pilzsuche achten sollten, damit kein giftiges Exemplar in Ihrer Pfanne landet, erklärt Pilzexperte Lothar Lindner im Video.

Wer sucht, der findet - aber wo?

Irgendwo zwischen dem Herbstlaub im Wald verstecken sich Pilze, die zu einem leckeren Pilz-Risotto, herzhaften Speck-Muffins mit Pilzen oder einer cremigen Pilz-Rahmsuppe verarbeitet werden können. Wer sucht, der findet - aber wo? Laut Pilzsachverständiger Bernhard Frank lohnt sich die Suche vor allem in der Nähe von Bäumen auf Lichtungen.

Wenn Sie fündig geworden und sich eigentlich sicher sind, essbare Pilze gefunden zu haben, rät Frank trotzdem: Heben Sie immer ein Exemplar von jeder Sorte auf, damit der Notarzt im Zweifel weiß, was Sie gegessen haben. Und wer sich unsicher ist, sollte vor dem Verzehr eine kostenfreie Beratungsstelle aufsuchen - damit auch wirklich nur die Guten in der Pfanne landen.

Experten warnen vor Apps für Pilzsammler

Wer auf Pilzsuche im Herbst geht, sollte sich nicht auf Apps oder Google verlassen. Davor warnt das Giftinformationszentrum (GIZ) Nord. Derzeit gebe es wieder vermehrt Meldungen über Pilzvergiftungen bei der Beratungsstelle der Universitätsmedizin Göttingen: "Zur Zeit melden sich rund eine Handvoll Menschen täglich bei uns", sagt Andreas Schaper der Deutschen Presse-Agentur.

Bei Pilzvergiftungen seien Sommer und Herbst die Hochzeit. Es habe bisher keine Toten zu beklagen gegeben. Oft handele sich allerdings um Vergiftungen mit Knollenblätterpilzen. "Das Gift dieses Pilzes kann die Leber zerstören und zum Tod führen", erklärte Schaper. Dem Experten zufolge vergiften sich in vielen Fällen aus dem Ausland zugezogene Menschen. Diese kennen aus ihrer Heimat Pilze, die in Deutschland wachsenden Exemplaren sehr ähnlich sehen. "Nur die einen sind harmlos und die anderen können sehr giftig sein", sagte Schaper. Deshalb sei es vor dem Pilzesammeln wichtig, sich umfassend zu schulen. Apps oder Internetrecherchen seien nicht ausreichend. Schaper: "Im Zweifel gesammelte Pilze besser nicht essen."

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So erkennen Sie eine Pilzvergiftung

Folgende Symptome deuten darauf hin, dass Sie eine Pilzvergiftung haben:

  • Fieber
  • Harnbluten
  • Brechdurchfall
  • Herzschwäche
  • Leibschmerzen
  • Schwellung der Leber

In diesen Fällen sollte man grundsätzlich schnellstmöglich einen Arzt oder das Krankenhaus aufsuchen, oder den Notarzt verständigen. (dpa, jos)