Armbinden-Zoff brachte Fass zum Überlaufen

Erstes WM-Land denkt laut über Fifa-Austritt nach

Sport Bilder des Tages Denmark v Tunisia - FIFA World Cup, WM, Weltmeisterschaft, Fussball 2022 - Group D - Education City Stadium Denmarks Christian Eriksen applauds the fans after the FIFA World Cup Group D match at Education City Stadium, Al Rayya
Christian Eriksen
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Ist die Armbinden-Affäre der Tropfen, der das Fass endgültig zum Überlaufen bringt? Der dänische Fußballverband denkt laut darüber nach, die Fifa zu verlassen. Die Aussagen lassen aufhorchen.

Sprengt "Danish Dynamite" die Fifa?

Das sagte der dänische Sportdirektor Jesper Möller am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. „Die Fifa zu verlassen, ist kein ganz neuer Gedanke, wir denken schon länger daran. Wenn Dänemark alleine diesen Schritt geht, könnte ich mir vorstellen, dass wir vor einigen großen Herausforderungen stehen würden“, sagte Möller.

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„Aber mal sehen, ob wir nicht Gespräche führen können. Ich muss über die Frage nachdenken, wie ich das Vertrauen in die Fifa wiederherstellen kann. Wir müssen bewerten, was passiert ist, und dann müssen wir eine Strategie entwickeln."

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So machte die Fifa Druck

Dänemark hatte wie weitere europäische Top-Nationen mit der „One Love“-Binde am Arm des Kapitäns auflaufen wollen. Am Montag dann übte die Fifa massiv Druck aus, die Teams zogen ihre Aktion zurück.

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Wie der Weltverband den Druck aufgebaut hat, erklärten die dänischen Offiziellen ebenfalls auf der Pressekonferenz. „Am 21. Im November bat die Fifa um ein dringendes Treffen, um die Angelegenheit zu besprechen“, sagte der DBU-Direktor Jakob Jensen. „Die Fifa kam ins englische Team-Hotel und machte hier deutlich, dass es sportliche Sanktionen geben würde, wenn jemand die Binde trägt. Und sie sagten, dass es mindestens eine Gelbe Karte gäbe.“

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Fifa mit "inakzeptablen" Verhalten

Sportdirektor Peter Möller nannte dieses Verhalten des Weltverbands „inakzeptabel. Wir distanzieren uns entschieden von den Methoden der Fifa“, sagte der frühere Nationalstürmer. „Allein die Tatsache, dass wir keine klare Antwort zu den möglichen Strafen bekommen haben, sagt doch alles.“

Als Konsequenz aus dem Umgang mit dem Thema „One Love“-Binde und seinen weiteren Aussagen in Katar will der dänische Verband den Fifa-Präsidenten Gianni Infantino ab sofort nicht mehr unterstützen. Die DBU hofft darauf, bis zur Wiederwahl im März 2023 doch noch einen Gegenkandidaten für den Schweizer zu finden, obwohl die Bewerbungsfrist nach Angaben der Fifa bereits am vergangenen Mittwoch ablief. (msc/dpa)