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Er überlebte das Seilbahn-Unglück von Italien: Eitan (5) kann sich an nichts erinnern

Junge verlässt Intensivstation

Er überlebte die Seilbahn-Katastrophe: Eitan (5) kann sich an nichts erinnern

Eitan (5): einziger Überlebender des Seilbahn-Unglücks
Eitan B. (re) mit seiner Mutter. Sie starb wie sein Vater und sein jüngerer Bruder bei der Seilbahn-Katastrophe in Italien
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Fünfjähriger fragt noch immer nach seinen Eltern

Eitan, der einzige Überlebende des Seilbahn-Unglücks kann sich 16 Tage nach der Katastrophe in Stresa Mottarone an nichts erinnern. Nun darf er die Intensivstation verlassen. Seine Tante, Aya B., weicht ihm nicht von der Seite. Italienischen Medienberichten zufolge fragte der Junge sie: "Warum sind wir im Krankenhaus?" Die traurige Antwort darauf hat Eitan noch immer nicht bekommen.

"Warum sind wir im Krankenhaus?"

Am 23. Mai wollte der kleine Junge mit seiner Mutter, seinem Vater, dem kleinen Bruder und den kurz zuvor aus Israel angereisten Ur-Großeltern einen schönen Sonntagsausflug machen. 20 Euro pro Person zahlten sie für einen ganz außergewöhnlichen Ausblick von der Seilbahn aus auf den Lago Maggiore. Dann stürzte die Gondel nur wenige Meter vor der Ankunft mehr als 20 Meter in die Tiefe. 14 Menschen starben bei dem Aufprall mit einer Geschwindigkeit von ca 100 km/h. Das seine Eltern ihn fest im Arm hielten, rettete ihm vermutlich das Leben.

Aufgrund seiner schweren Verletzungen wurde er notoperiert und ins künstliche Koma versetzt. Nach vier Tagen ist er aufgewacht und hat von da an nach und nach immer größere Fortschritte gemacht. Und jetzt durfte er sogar die Intensivstation verlassen!

Doch die Frage nach seinen Eltern lässt den kleinen Jungen nicht los. Noch soll Eitan nicht wissen, dass er seit dem tragischen Unglück ein Waisenkind ist. Wie „La Repubblica berichtet“, fragt er seine Tante Aya Biran immer wieder : „Warum sind wir im Krankenhaus? Wo sind Mama und Papa?“

Hinterbliebene haben große Aufgabe

HANDOUT - 23.05.2021, Italien, Stresa: Rettungskräfte arbeiten am Wrack einer abgestürzten Gondel, die in einem Waldstück liegt. Beim Absturz der Gondel einer Seilbahn am norditalienischen Lago Maggiore haben mindestens 14 Menschen ihr Leben verloren
Bei der Seilbahn-Katastrophe starben 14 Menschen.
frd, dpa, Uncredited

Für die Hinterbliebenen des Unglücks ist es ein täglicher Kampf. Gerade Eitans Familie, seine Tanten und Großeltern haben eine große Aufgabe. Zum einen müssen sie für den fünfjährigen Waisenjungen stark sein, zum anderen trauern sie um ihre engsten Familienangehörigen. „Ich schaffe es nicht, mir die Bilder dieser Tragödie anzusehen, da wird mir übel. Jede Nacht liege ich da und kann nicht aufhören an die letzten Sekunden voller Angst zu denken, die sie durchlebt haben müssen.“ sagte Eitans Tante„La Stampa“.

Auch Eitans Opa versucht Kraft darin zu finden, was der Familie jetzt noch geblieben ist: Der fünfjährige Enkel. „Eitan ist unser Licht, unsere Hoffnung. Wir sind immer bei ihm, versuchen bestmöglich für ihn da zu sein und sobald es möglich ist, werden wir ihn nach Israel – in unsere Heimat bringen.“ In der Hoffnung, dass der Fünfjährige dort noch einmal von vorne anfangen kann.

(mca)