Zweiter Prozesstag am Limburger Landgericht

Es kostet sie ihren ganzen Mut: Opfer Petra sagt gegen "Heimu" aus

04. Oktober 2021 - 16:05 Uhr

"Heimu" suchte nach depressiven Frauen

Es ist der zweite Prozesstag am Limburger Landgericht im Fall von Brunhold S. Unter dem Decknamen "Heimu" soll er im Internet gezielt depressive Frauen gesucht haben, um diese dann
in den Suizid zu treiben.
Eines seiner Opfer, das seinen Fängen gerade noch entkommen konnte, hat heute ausgesagt und mit RTL gesprochen.

"Am Anfang habe ich gedacht: 'Ich dreh durch'"

Für Petra war es ein schwerer Tag – sie hat heute dem Mann gegenüber gesessen, der sie beinahe in den Tod getrieben hat. Bereits vor einem Jahr sprach sie mit unserem Reporter über die schwerste Zeit ihres Lebens. "Ich hatte Heimu am Telefon und er hat mir Anweisungen gegeben, wie ich mich umbringen sollte", erklärte sie damals im Interview.
Heute ist es soweit: Mit ihrer Aussage will sie Brunhold S. zur Rechenschaft ziehen. "Am Anfang habe ich gedacht: 'Ich dreh durch.' [...] Aber als der Richter dann die Fragen gestellt hat, ging's", erzählt sie nach ihrer Zeugenaussage und sagt weiter: "Ich bin voll froh, dass ich's gemacht habe. Es war die Gelegenheit. Jetzt kann ich im Nachhinein sagen: Ich habe ihm in die Augen geguckt."

Beim Prozessbeginn am Freitag schwieg Brunhold S. zu den Vorwürfen. Dem 62-Jährigen droht eine lebenslange Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung. (npa)

Hilfe bei Suizidgedanken

Haben Sie suizidale Gedanken oder haben Sie diese bei einem Angehörigen/Bekannten festgestellt? Hilfe bietet die Telefonseelsorge: Anonyme Beratung erhält man rund um die Uhr unter den kostenlosen Nummern 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222. Auch eine Beratung über das Internet ist möglich unter http://www.telefonseelsorge.de.