Prozessauftakt am Limburger Landgericht

Frauen zum Suizid getrieben? Angeklagter "Heimu" schweigt

01. Oktober 2021 - 17:07 Uhr

Brunhold S. schweigt zu den Vorwürfen

Er soll psychisch labile Frauen zum Suizid getrieben haben: Brunhold S., der in Internetforen unter dem Namen "Heimu" agierte, steht seit Freitag vor dem Limburger Landgericht. 2017 wurde S. bereits zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt – jetzt werden drei weitere Fälle vor dem Landgericht verhandelt. Dem 62-Jährigen droht eine lebenslange Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung.

Prozess gegen "Heimu" findet im dritten Anlauf statt

Es geht um Mord und versuchten Mord, doch Brunhold S. will sich zu den Vorwürfen nicht äußern – noch nicht, wie sein Anwalt klarstellt: Sein Mandant werde das später in der Verhandlung nachholen.

Laut Anklage soll der Deutsche in Selbsthilfegruppen im Internet nach psychisch labilen Opfern gesucht haben. Dann soll er die Frauen gedrängt haben, sich selbst zu töten oder sich von ihm umbringen zu lassen - Ziel soll gewesen sein, seine sexuellen Fantasien zu befriedigen.

Weitere Verhandlungstermine sind bis Anfang kommenden Jahres geplant. Es ist bereits der dritte Prozessanlauf, die beiden ersten Versuche waren wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie gescheitert.

Er soll Hinrichtungen mit Prostituierten durchgespielt haben

Der 62-Jährige habe seit seiner Jugend eine Vorliebe für sadistischen Sex, so die Staatsanwaltschaft. Zunächst habe er Hinrichtungsszenarien bei Prostituierten ohne vorherige Absprache ausgelebt und dabei Frauen in Todesangst versetzt. Spätestens im Jahr 2007 soll er auf entsprechenden Internetseiten gezielt nach psychisch kranken Frauen gesucht haben, um an diesen seine sadistischen Fantasien auszuleben.

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Hilfe bei Suizidgedanken

Haben Sie suizidale Gedanken oder haben Sie diese bei einem Angehörigen/Bekannten festgestellt? Hilfe bietet die Telefonseelsorge: Anonyme Beratung erhält man rund um die Uhr unter den kostenlosen Nummern 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222. Auch eine Beratung über das Internet ist möglich unter http://www.telefonseelsorge.de.