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Geschäfte für alle öffnen!

Enttäuschung und Wut bei Händlern und Gastronomen

04. März 2021 - 14:53 Uhr

Mega-Kritik an neuen Corona-Beschlüssen und Lockdown-Verlängerung

Mit Enttäuschung und Unverständnis reagiert der Handelsverband Deutschland (HDE) auf die Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband ist nicht nur enttäuscht, sondern auch wütend über den bis Ende März verlängerten Lockdown.

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"Ergebnisse des Corona-Gipfels sind für Einzelhandel eine Katastrophe"

Laut HDE werden die weitgehend geschlossenen Handelsunternehmen bis Ende März im Vergleich zu 2019 weitere zehn Milliarden Euro Umsatz verlieren. Außerdem sei die für eine Öffnung der Geschäfte vorgeschriebene stabile Inzidenz von 50 nicht flächendeckend in Sichtweite. Das ab Montag erlaubte "Click & Meet" könne die Händler nicht einmal annähernd retten.

"Die Ergebnisse des Corona-Gipfels sind für den Einzelhandel eine Katastrophe. Faktisch wird der Lockdown damit trotz aller theoretischen Perspektiven für die große Mehrheit der Nicht-Lebensmittelhändler bis Ende März verlängert", so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Die für eine Wiedereröffnung aller Geschäfte als Bedingung genannte, stabile Inzidenz von unter 50 sei auf absehbare Zeit wohl nicht flächendeckend zu erreichen. Und auch die Möglichkeiten für den Einkauf nach Terminvergabe könnten für die allermeisten Geschäfte kein wirtschaftlicher Rettungsanker sein. Denn dabei seien in der Regel die Personal- und Betriebskosten höher als die Umsätze.

Der Verband weist darauf hin, dass Ende März viele Händler seit mehr als 100 Tagen geschlossen sind. "Das ist nicht mehr zu verkraften. Die Politik nimmt ihre Verantwortung für die zwangsgeschlossenen Händler nicht wahr. Denn gleichzeitig kommen die staatlichen Hilfszahlungen nur schleppend und spärlich an", so Genth weiter.

Der Einzelhandel hatte einen eigenen 4-Punkte-Plan vorgestellt, mit der seiner Ansicht nach eine sichere Öffnung der Geschäfte ab 8. März gewährleistet sei.

Gastronomen und Hotelbetreiber wütend

Auch die Vertreter der Gastronomen und Hotelbetreiber konnten den neuen Corona-Beschlüssen kaum etwas Positives abgewinnen. Es gebe für Hotels und Gaststätten wieder keine echte Perspektive, kritisierte DEHOGA-Präsident Guido Zöllick im Inforadio vom rbb.: "Weite Teile unserer Branche sind nach wie vor völlig ohne Perspektive. Das macht uns auf der einen Seite traurig, aber auch ein Stück weit wütend."

Laut DEHOGA-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges hat die Banche erwartet, dass sie eine Öffnungsperspektive zu Ostern hin bekommt. "Die Hotels sind sicher. Und viele Bürger in diesem Land hätten sich sicher auf einen Urlaub sehr gefreut", sagte sie zu RTL/ntv.

Mittelstand: "Im Zweifel für die Öffnung!“

Die Mittelstandvereinigung BVMW fordert Länder und Kommunen auf, die Beschlüsse vom Corona-Gipfel "zur Existenzsicherung unserer Unternehmen so großzügig wie möglich auszulegen: Der Mittelstand erwartet außerdem, dass die Öffnungen schnell und unter gleichen Bedingungen für alle erfolgen. "Es ist höchste Zeit für eine Kurskorrektur in der Corona-Politik. Dazu gehören Impfungen rund um die Uhr ebenso wie die schnelle, unbürokratische Auszahlung der Hilfen. Nur so kann der wirtschaftliche Tod ganzer Branchen noch abgewendet werden", erklärte BVMW Bundesgeschäftsführer Markus Jerger.

Kultur- und Veranstaltungsbranche seit einem Jahr im Dauer-Lockdown

Auch die Eventbranche hat sich zu Wort gemeldet Bund und Ländern eine fortlaufende Ungleichbehandlung vorgeworfen. "Während es bereits ab nächsten Montag weitere Lockerungen für unter anderem den Handel geben soll, fehlt weiterhin jegliche Öffnungsperspektive für die Kultur- und Veranstaltungsindustrie", teilte der Deutsche Eventverband mit. Von dem Treffen der Länderregierungschefs mit der Kanzlerin am Mittwoch habe man sich "eine faire und ehrliche Perspektive" erhofft.

"Die Kultur- und Veranstaltungswirtschaft ist es leid, immer zu spät bedacht zu werden und keine klaren Perspektiven zu erhalten." Sorgfältig durchdachte Stufenpläne und sichere Hygiene- und Öffnungskonzepte lägen bereits seit geraumer Zeit vor und könnten eine verantwortungsvolle Durchführung von Veranstaltungen wieder ermöglichen. "Mit jeder weiteren Woche Lockdown stehen viele Unternehmer vor dem Trümmerhaufen ihrer Existenz, unzählige Arbeitsplätze gehen verloren", warnte der Verband.

Seit einem Jahr befinde sich die Branche im Dauer-Lockdown "und Schließungen und Verbote sind bisher die einzige Maßnahme der Politik, um die Corona Zahlen in Schach zu halten".

Trotz aller Kritik, Bundewirtschaftsminister Peter Altmaier zeigt sich sehr zufrieden mit den Corona-Beschlüssen. "Für die Wirtschaft wurde viel erreicht", erklärt er bei RTL/ntv. Die Betroffenen Betriebe werden dieser Aussage wohl eher nicht zustimmen.

TVNOW-Doku "Corona - Die 2. Welle"

Wie konnte es zu den vielen Corona-Erkrankten und dann zum Teil-Lockdown kommen? Mit aufwendigen Experimenten ergründen wir das in der Doku "Corona - Die 2. Welle" auf TVNOW.

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