Englands Nacht der EM-Schande

Rashford stemmt sich gegen den enthemmten rassistischen Hass

Marcus Rashford verschoss im Finale einen Elfmeter und wurde danach auf übelste Weise beleidigt.
Marcus Rashford verschoss im Finale einen Elfmeter und wurde danach auf übelste Weise beleidigt.
© AP, John Sibley, MDB

13. Juli 2021 - 7:48 Uhr

"Ich komme stärker zurück"

Das sind Sätze, denen wir uneingeschränkt zustimmen: Englands EM-Pechvogel Marcus Rashford hat nach seinem verschossenen Elfmeter im Finale gegen Italien und den daraus resultierenden rassistischen Beleidigungen seine Gefühle offengelegt und sich kämpferisch gezeigt. "Ich kann mir die ganze Kritik an meiner Leistung anhören, mein Elfmeter war nicht gut genug", teilte der 23-Jährige in einem langen Twitter-Statement mit: "Aber ich werde mich niemals dafür entschuldigen, wer ich bin und wo ich herkomme. Ich komme stärker zurück."

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"Ich habe mich vor Elfmetern sonst immer abgesichert"

Rashford hatte ebenso wie der Noch-Dortmunder Jadon Sancho und Bukayo Saka am Sonntag im Endspiel gegen Italien (3:2 n.E.) einen Strafstoß verschossen. Im Anschluss wurden die drei Fehlschützen in den Sozialen Medien zur Zielscheibe von schweren rassistischen Beleidigungen durch eine Minderheit kleingeistiger Fußballfans.

Rashford schilderte am Montagabend seine Gefühlslage vor und nach seinem Elfmeter sehr ausführlich. "Ich bin mit einem Mangel an Selbstvertrauen in das Finale gegangen. Ich habe mich vor Elfmetern sonst immer abgesichert, aber irgendetwas hat sich nicht richtig angefühlt", erklärte der Stürmer von Manchester United.

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Prominente und Fans springen dem Trio zur Seite

Es fühle sich für ihn an, "als hätte ich meine Mitspieler hängen gelassen, als hätte ich jeden hängen gelassen". Die Szenen würden sich "wieder und wieder in meinem Kopf abspielen. Es gibt wahrscheinlich kein Wort, was erklärt, wie sich das anfühlt. Finale. 55 Jahre. Ein Elfmeter. Geschichte. Alles was ich sagen kann, ist Entschuldigung."

Neben den wüsten Beschimpfungen und Bedrohungen sprangen zahlreiche Prominente und Fans dem Trio zur Seite. Die Nachrichten an ihn seien "positiv überwältigend" gewesen, sagte Rashford. Dass Menschen in seiner Heimat Withington im Süden Manchesters das in Nacht beschmierte Wandgemälde von ihm mit Liebesbotschaften überdeckten, "hat mich den Tränen nahe gebracht". (tno/sid)