Mutter des Mädchens (†3) Mutter fordert härtere Strafe

Schlug Stiefvater die kleine Jessica tot, weil er Fußball gucken wollte?

Die kleine Jessica starb an Hirnverletzungen.
Die kleine Jessica starb an Hirnverletzungen.
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18. Januar 2022 - 10:00 Uhr

Mädchen störte beim Fußballgucken – Stiefvater schlug zu

Elf Jahre Haft, von denen er "wahrscheinlich nur sechs Jahre verbüßen" wird: Hannah Butler (29) ist schockiert über das milde Urteil gegen den Mann, der ihre Tochter Jessica (3) zu Tode geprügelt hat. "Er hat sie kaltblütig umgebracht, weil er im Fernsehen Fußball gucken wollte", sagt sie über Paul M. (27). Gemeinsam mit Jessicas Oma fordert sie, das Strafmaß zu erhöhen und hat dafür eine Petition auf der Plattform "change.org" gestartet.

Kind totgeschlagen: Paul M. wollte Tat vertuschen

Paul Marsh
Paul Marsh wurde zu elf Jahren Haft verurteilt.
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Das grausame Verbrechen geschah kurz vor Weihnachten 2019. Hannah Butler aus dem englischen Sandgate war arbeiten, Paul M. passte auf die kleine Jessica auf. Weil das Mädchen sein Schinkensandwich nicht essen wollte, während er im Fernsehen nach Fußballergebnissen suchte, schlug er laut "Daily Mail" brutal zu. Die Dreijährige erlitt schwere Kopfverletzungen. Sie kam in ein Londoner Krankenhaus und starb an Heiligabend an Hirnverletzungen infolge eines Schädelbruchs.

M. hatte zunächst versucht, die Tat zu vertuschen. Jessica sei die Treppe hinuntergefallen, und er habe sie zusammengesunken hinter dem Geländer gefunden, behauptete der 27-Jährige. Er schickte Hannah Butler eine SMS, in der er von einem "Unfall" sprach. Sie bestand darauf, den Notruf zu wählen – M. hatte es zuvor als "sinnlos" bezeichnet, Jessica ins Krankenhaus zu bringen.

Stiefvater wegen Totschlags und Kindesmisshandlung verurteilt

Hannah Butler
Hannah Butler hofft auf eine härtere Strafe für den Mann, der ihre Tochter Jessica getötet hat.
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Doch M.s Angaben machten die Ermittler stutzig, er wurde verhaftet. Am 20. Dezember 2021 verurteilte ein Gericht den 27-Jährigen wegen Totschlags und Kindesmisshandlung. "Ich bin fassungslos, dass er nur eine so geringe Haftstrafe bekommen hat", sagt Hannah Butler der "Daily Mail". Sie geht davon aus, dass er viel früher als nach elf Jahren wieder freikommt. "In Wirklichkeit wird er wohl nur sechs Jahre absitzen. Das wäre einfach widerlich, wenn man bedenkt, was er meinem kleinen Mädchen angetan hat."

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England: Jessicas Mutter will Gerechtigkeit

Im Prozess sei herausgekommen, dass M. seine Stieftochter zuvor schon misshandelt hatte, sagt Butler. Doch weil Jessica unter einer Behinderung litt, habe man geglaubt, sie habe sich nur den Kopf gestoßen. "Die Strafe, die er bekommen hat, ist dem Verbrechen nicht angemessen", erklärt die 29-Jährige. "Ich werde nicht ruhen, bis es Gerechtigkeit gibt." (bst)