Was bedeutet das für die Besucher?

Energiekrise auf dem Volksfest: So wollen Schausteller in Niedersachsen und Bremen sparen

Oktoberfest in Hannover
Auch Schausteller sind von den steigenden Energiekosten betroffen. (Symbolbild)
deutsche presse agentur

Bunte Lichter, rasante Fahrgeschäfte – in Hannover beginnt am Freitag (23.09.) das Oktoberfest und Mitte Oktober öffnet auch der Bremer Freimarkt. Die Schausteller in Niedersachsen und Bremen suchen deshalb nach Möglichkeiten, Energie zu sparen. Was bedeutet das für die Gäste?

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Neue Öffnungszeiten auf dem Oktoberfest

In der niedersächsischen Landeshauptstadt hat man auf die Energiekrise reagiert. Das Oktoberfest in Hannover öffnet etwa eine Stunde später als in den Vorjahren (15-23 Uhr). „Dadurch sparen wir fast anderthalb Tage Strom“, sagte Fred Hanstein, Vorsitzender des Landesverbands Niedersachsen der Markt- und Schaustellerbetriebe. Montags und dienstags ist das Schützenfest sogar komplett geschlossen. Sparsamer war man aber schon vor der Krise. „Seit vier Jahren setzen wir auf dem Oktoberfest grünen Strom ein, 99 Prozent aller Geschäfte haben LED-Beleuchtung“, berichtete Hanstein. Durch alle Maßnahmen geht der Verbandsvorsitzende von Stromeinsparungen von 20 bis 25 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren aus. Die Stadt Hannover habe um 20 Prozent Einsparung gebeten.

Keine Sparpflicht auf Volksfesten

ARCHIV - 06.10.2018, Niedersachsen, Hannover: Ein Berg- und Talbahn-Karussell auf dem Oktoberfest in Hannover. Eröffnet wird in diesem Jahr am 23. September. (zu dpa: «Schausteller wollen auf Volksfesten Energie sparen»). Foto: Peter Steffen/dpa +++
Bunte Lichter auf dem Oktoberfest Hannover: Viele Schausteller setzen mittlerweile auf LEDs.
pst nic ram bch, dpa, Peter Steffen

Gesetzlich vorgeschrieben sind Sparmaßnahmen für Volksfeste nicht, sie sind von der Energieeinsparverordnung der Bundesregierung nicht betroffen. Aber die Schausteller wollen trotzdem Kosten sparen.

Auch Oliver Powalla, Teamleiter Energiepolitik beim Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), appelliert an die Schausteller: „Schätzungen gehen davon aus, dass der Energieverbrauch in diesem Jahr um mindestens 20 Prozent gesenkt werden muss. An diesem Ziel müssen sich auch die Volksfeste messen lassen. Es ist gut, dass sich auch die Veranstalter um das Energiesparen kümmern.“

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Noch keine Sparmaßnahmen auf Freimarkt in Bremen

Bremer Freimarkt
Freimarkt in Bremen: Bisher gibt es noch keine konkreten Sparmaßnamen. Foto: Ingo Wagner/Archiv
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Der Bremer Freimarkt startet am 14. Oktober. Bisher gibt es aber noch keine gesonderten Energiesparmaßnahmen: „Wir sind im ständigen Austausch mit der Stadt“, sagt Karlheinz Heine, Vorsitzender des Schaustellerverbands Bremen, im RTL-Interview. Die Schausteller hätten aber die vergangenen 20 Jahre kontinuierlich daran gearbeitet, weniger Energie zu verbrauchen, z.B. durch LEDs oder sparsamere Motoren der Fahrgeschäfte.

Steigende Preise in Bremen erwartet

Energiekrise und Inflation wirken sich auch auf die Preise der Fahrgeschäfte und der Gastronomie aus. „Wenn alle Kosten steigen, müssen wir das preisliche Angebot natürlich nach oben anpassen“, sagte Karlheinz Heine. Es gehe nicht nur um die Kosten für Energie und Lebensmittel, auch die Transportkosten seien für die von Stadt zu Stadt ziehenden Schausteller angestiegen.

Zudem herrscht laut Heine seit der Corona-Krise großer Personalmangel. „Viele haben sich im Verlauf der Pandemie umorientiert“, sagte Heine. Dadurch seien auch die Löhne gestiegen. „Das ist auch richtig so, ich finde auch den höheren Mindestlohn richtig, trotzdem wird das teilweise eben an die Endverbraucher weitergegeben“, sagte Heine. Trotzdem wolle man ein Volksfest im Wortsinne bleiben und die „Preise volksverträglich halten.“

Schausteller: Wir bieten Abwechslung

Da die Volksfeste weiterhin gut besucht seien, bleibt der Verbandsvorsitzende Hanstein positiv: „Wir Schausteller sind diejenigen, die Licht ins Dunkle bringen und Abwechslung bieten.“ Noch seien die Preise auf dem Oktoberfest in Hannover für Bier und Bratwurst kaum gestiegen. (dpa/cgo)